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Ökotest: Espresso: Fast alle schmecken - bis auf den Kaffee von Starbucks

Guter Espresso gefällig? Dann hat Ökotest gute Nachrichten: Fünf Espressomarken sind empfehlenswert. Beim Rest gibt es Probleme mit Acrylamid und bitteren Arbeitsbedingungen.

Espresso

Achten Sie beim Kauf von Espresso auf Bio und Fairtrade

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Der Italiener sagt, beim guten Espresso kommt es auf die vier "M" an: la machina, la miscela, la macinatura und la mano. Also die Maschine, die Mischung der Bohnen, das Mahlen und die Hand, die den Kaffee braut. Ökotest sind aber genauso faire Produktionsbedingungen in den Anbauländern wichtig: Wie viel Geld kommt bei den Kaffeebauern an? Sind hochgiftige Pestizide im Einsatz? Arbeiten Kinder auf den Plantagen? Werden Wälder für den Kaffeeanbau gerodet? Deshalb haben die Tester 22 Espressomarken genauer unter die Lupe genommen, um diese Fragen zu klären.

Das Ergebnis ist ernüchternd: Von 22 Marken empfiehlt Ökotest nur fünf Produkte: Gepa, Café Intención, Dennree, Mount Hagen, Rapunzel. Alle fünf sind Bio-Espressi. 

Geschmacklich können fast alle 22 mithalten - bis auf den Starbucks Espresso Dark Roast. Der ist beim Geschmackstest durchgerasselt, weil er deutlich "bitter, brandig und streng" schmecke. Zudem ist er mit fast 24 Euro pro Kilo der teuerste Kaffee im Test. Auch die Crema war den Testern zu dünn. Am besten geschmeckt haben den Testern die Espressi von Käfer und Dennree

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Die Filterkaffeemaschine ist immer noch die beliebteste Art der Kaffeezubereitung

Die Langweilige: Filterkaffeemaschine

"Mal schnell einen Kaffee kochen", so etwas gab es vor der Erfindung der Filterkaffeemaschine eigentlich nicht. Als in den späten Fünfzigern zur Maschine dann noch der vakuumverpackte, gemahlene Kaffee in die Supermärkte kam, war die Automatisierung des Kaffeekochens nicht mehr aufzuhalten. Die Filterkaffeemaschine imitiert das schwallweise Aufbrühen des Kaffeemehls mit der Hand. Das Wasser gelangt in einen Durchlauferhitzer und wird auf 92 bis 94 Grad Celsius erhitzt. Durch den Druck der Dampfblasen schießt das heiße Wasser in einem Steigrohr hoch, das über der Filtertüte endet. Daher das Blubbern und Zischen beim Brühen.

Die Dauer des Brühvorgangs lässt sich bei manchen Maschinen regulieren. Jeder Hersteller pflegt dafür seine eigene fantasievolle Bezeichnung: Aromaschalter, Heißbrühsystem, Flavour-System und einige mehr. Wie sie auch heißen, sie regeln die Kontaktzeit von Wasser und Kaffeemehl. Ein sogenannter Aromaschalter mit den Einstellungen "Schwach", "Kräftig" und "Stark" reguliert die Durchflusszeit des Wassers. Je länger das Wasser die Aromastoffe aus dem Kaffeepulver herauslösen kann, desto stärker wird der Kaffee. Fließt der Kaffee in eine von unten beheizte Glaskanne, ist das empfindliche Aroma nach spätestens zehn Minuten ruiniert. Der Kaffee wird bitter. Systeme mit Thermoskannen halten nicht nur den Kaffee ohne zusätzliche Energie warm, sondern auch das Aroma sehr viel länger.


Geschmack:

Meist milder Kaffee mit feiner Säure.

Für wen geeignet:

Alle, die mehrere Tassen auf einmal benötigen und diese ohne großen Zeitaufwand zubereiten wollen. Was vor allem auch für die Reinigung der Maschine gilt.

Welcher Kaffee geeignet ist:

100%-Arabica-Sorten. Das Filterpapier und der Filterwinkel sind auf diese feine Kaffeesorte abgestimmt.

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Kaffee: Am besten in der Kombination Bio und Fairtrade kaufen

In allen Produkten steckt Acrylamid. Das ist nicht weiter überraschend, in den meisten sind es nur geringe Mengen. Acht Espressi aber überschreiten den Richtwert. Acrylamid ist im Tierversuch krebserregend und gilt als erbgutschädigend. Die höchsten Acrylamidgehalte stecken im Segafredo Zanetti Intermezzo. Der Schadstoff entsteht beim Rösten.

Was die Produktionsbedingungen betrifft, schneiden die Espressomarken Gepa Bio Espresso Ankole ganze Bohne (21,99 Euro pro Kilogramm) und der Rapunzel Gusto Espresso ganze Bohne (17,96 Euro) am besten ab. Beide sind Bio-Kaffees, die Hersteller zahlen den Bauern den Fairtrade-Mindestpreis und hochgiftige Pestizide kommen auf den Plantagen nicht zum Einsatz.

Ökotest rät: Wer seinen Kaffee guten Gewissens genießen will, fährt mit der Kombination Bio und Fairtrade am besten. Bio allein ist keine Garantie für gute Arbeitsbedingungen auf den Plantagen. Fairtrade allein garantiert nicht, dass Pestizide verboten sind.

Den ganzen Test können Sie hier gegen eine Gebühr lesen!

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