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Rom Bar-Inhaberin verbietet Gespräche über Corona, weil sie die Stimmung ruinieren

Vier junge Menschen unterhalten sich in einer Bar
Auch in Bars und Cafés drehen sich die Gespräche oft ums Thema Corona
© andresr / Getty Images
Corona scheint seit Monaten das einzige Gesprächsthema zu sein. Eine Barinhaberin in Rom hat genug davon. Sie verbietet ihren Gästen, über die Pandemie zu sprechen.

Vor Corona gibt es kein Entkommen – und das schon seit vielen Monaten. In den Medien, bei der Arbeit und auch im Privatleben ist die Pandemie mit ihren Auswirkungen das Thema Nummer eins. Das ist allerdings auch wenig verwunderlich, weil die Veränderungen nahezu jeden Lebensbereich betreffen.

Trotzdem – oder auch gerade deswegen – können viele das Wort nicht mehr hören. Schließlich ist das Nachdenken über die Corona-Krise oft auch mit Angst, Sorge und Unsicherheit verbunden. Und Ablenkung ist in diesen Tag schwer zu finden. Die Inhaberin einer Bar in Rom greift deshalb zu einer drastischen Maßnahme: In ihrem Lokal ist es den Gästen verboten, sich über Corona-Themen zu unterhalten. Die vielen Gespräche darüber hätten die Stimmung ruiniert, sagte Betreiberin Cristina Mattioli dem "Guardian".

Rom: Gäste genießen Gespräche ohne Corona-Themen

Deshalb hängt in ihrer Bar "Feeling" jetzt ein unmissverständliches Schild. "Sprechen über das Coronavirus verboten", steht darauf. "Nach neun Monaten wurde es zu viel", sagt Mattioli. "Jeder hatte seine Theorien darüber, was passieren oder nicht passieren würde. Wir sind keine Virologen oder Regierungsmitglieder." Mattioli hat nicht das Gefühl, dass die ständigen Gespräche über das Thema irgendetwas besser machen.

Es sei zwar wichtig, sich vorsichtig zu verhalten und die Regeln zu befolgen, sagte sie dem "Guardian". Aber: "Es ist auch wichtig, den psychologischen Aspekt dieser Pandemie nicht zu unterschätzen." Mattioli wollte damit spielerisch darauf aufmerksam machen, dass es auch in der Corona-Zeit noch andere Themen gibt. Bei ihren Gästen kommt die Maßnahme gut an, berichtet sie.

Aktuell dürfen in der italienischen Hauptstadt die Bars und Restaurants täglich bis 18 Uhr öffnen. Viele ihrer Kunden würden sich freuen, im "Feeling" endlich einen Kaffee "in Frieden" genießen zu können, sagte Mattioli dem "Guardian". Die Gespräche verstummen trotz Corona-Verbot nicht. Falls sich wirklich kein anderes Gesprächsthema findet, macht Mattioli auf einem anderen Schild in ihrer Bar Vorschläge – zum Beispiel aktuelle Reality-TV-Sendungen.

Quellen: "Guardian" / Bar Feeling auf Facebook

epp

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