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stern-Weinschule: Das große Dankeschön

Die Kolumne der Brüder Lange war ein Riesenerfolg - ihre Leser sind um 250 000 Flaschen weinerfahrener. Wie es weitergeht? Lesen Sie hier

Wie unbefriedigend ist es doch, von einem Wein zu lesen und ihn nicht trinken zu können. Als wir die Idee hatten, Lesen und Trinken endlich in einer Weinschule zu verbinden, ahnten wir den Erfolg nicht. 149 Euro für 24 Flaschen frei Haus sind zwar nicht viel, aber immer noch Geld. Wie viele Leser würden unserer Auswahl trauen? 1000, schätzten die Zahlenzausel aus unserer Verlagsleitung bei Mineralwasser. 5000, tippten wir Schreiberlinge beim obligaten Schampus. Mehr als 10 000 sind es geworden. HERZLICHEN DANK dafür! Weinschüler, fühlen Sie sich von uns geknutscht - auch wenn der stern keinen Cent an der Aktion verdient hat.

Wie war nun das Echo? Ziemlich grandios eigentlich, das zeigt schon die Zahl der Teilnehmer. Kritik kam aus den Reihen der Berufsweinbeschreiber und der Etikettentrinker. Den Ersten war der Lehrstoff zu einfach im Inhalt und zu heiter im Ton; den Zweiten missfiel der volksnahe Ansatz. Guter Bordeaux für jeden? Wo bleibt das teuer erkaufte Selbstwertgefühl?! Der auch im stern mannschaftsstarken Gelsenkirchener Biertrinkerfraktion waren die Texte der Lange-Brüder dagegen oftmals zu hoch. Sie wollten mehr Basiswissen und klarere Lernergebnisse am Ende einer jeden Folge. Das wollen wir beherzigen.

Die stille Mehrheit trank derweil. Sie schnüffelte und süffelte und diskutierte in kleiner Runde. Echt jetzt, unterschieden sich nun Riesling und Müller- Thurgau tatsächlich? Sie taten’s! Und weil das alles so schön war, soll es auch weitergehen – mit 24 weiteren Weinen. Bislang haben Fabian & Cornelius Lange rebsortenreine und regionaltypische Weine aus Europa vorgestellt. Ab September, wenn alle aus den Sommerferien zurück sind, geht’s in die Neue Welt. Bis dahin ist, was die Schule angeht, hitzefrei. Die Kolumne geht aber weiter - mit Empfehlungen für sommerliche Erfrischungsgetränke, auch nichtalkoholischer Art.

Bis es Mitte September wieder losgeht, ruht die Redaktion nicht, nein, sie trinkt sich um Leib und Leben. Allein zum Wohle unserer Leser werden wir uns in Bordeaux die Leber tunen - auf der Vinexpo, der wichtigsten Weinmesse der Welt. Dort wählen wir aus, was typisch ist für Kalifornien, Chile, Argentinien, Südafrika, Australien und Neuseeland. Und wir achten auf typische Beispiele für die Rebsorten Zinfandel, Malbec, Pinotage, Syrah und Sauvignon blanc. Die großen Namen und schönen Etiketten werden wir hübsch ignorieren. Weil wir bei den stern-Blindverkostungen (Champagner, stern-Nr. 50/2004, Kräuterbitter, Nr. 8/2007, Schaumweine, Nr. 24/2007) stets feststellen, dass große Namen zwar meist große Qualität bieten, dass aber auch für geringes Geld oft erstaunlich gute Flaschen zu haben sind. Rechtzeitig vor Beginn der Weinschule, Teil 2, werden wir Ihnen Termine und Modalitäten nennen. Und ein Probepaket wird es auch wieder geben, damit Sie die Qualität unserer Weinauswahl beurteilen können. Bis dahin: Vertrocknen Sie nicht!

Cornelius und Fabian Lange / print
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