HOME

Stern Logo Riesling, Scheurebe und Spätburgunder - Die Weinschule Deutschland

Teil 20: Denkmal ganz in Rot

Aus Kalifornien kommen herrliche Weine - so viel ist bekannt. Aber die amerikanischte aller Rebsorten, Zinfandel, hat den Ruf pappsüßer Limo. Unser Wein zeigt: Das geht ganz anders.

Von Fabian und Cornelius Lange

Kalifornien, Wein 1

Der Typ: Wie Balsam

"I like to be in America!", jubelt der Chor in Bernsteins "West Side Story". Willkommen also im Land der unbegrenzten Wein-Möglichkeiten, willkommen in Kalifornien. Rund 90 Prozent des amerikanischen Weins stammt aus dem "Golden- State", dessen Weinbaugebiete sich über 1000 Kilometer von San Diego ganz im Süden bis nach Mendocino nördlich von San Francisco erstrecken. Im Süden ist es mehr als heiß, deshalb rosinieren die Trauben am Rebstock, und die Weine haben selten Klasse. Doch im Norden profitieren die Reben von den Kaltluftströmen des Pazifiks, die ins Landesinnere gelangen. Rund um die weltberühmten Weinbauzonen Napa und Sonoma wachsen die teuersten Weine Kaliforniens, mit denen die ehrgeizigen Weinmacher seit 20 Jahren zeigen, dass kalifornischer Spitzenwein so wenig mit Cola und (Eichen-)Chips zu tun hat wie unser Riesling mit Omas pappsüßer Spätlese von Annodunnemal.

Vor allem die Global Player Cabernet, Merlot und Chardonnay machen hier Furore. Aber Kalifornien hat mehr zu bieten, denn die Einwanderer haben viele Rebsorten mitgebracht: aus Deutschland Gewürztraminer und Riesling; aus Italien Barbera und Sangiovese; aus Frankreich Grenache, Carignan, Pinot Noir, Sauvignon und Chenin Blanc.

Und natürlich Zinfandel - oder nur Zin, wie ihn die Amerikaner nennen. Diese Rebsorte ist inzwischen so etwas wie das Nationaldenkmal des amerikanischen Weines. Auch der Zin ist mit den armen Schluckern ins Land gekommen - entweder aus Apulien, wo er Primitivo heißt, oder aus Kroatien, wo er Crljenak genannt wird. Doch lange Zeit musste der arme Zin für portweinartige Kleblinge oder knallsüßen Rosé herhalten. Das wird jetzt anders! Unser Zin vom Weingut Ravenswood hat das Zeug, den Ruf dieses Rotweins in die Welt zu tragen. Bei Ravenswood macht man seit Jahrzehnten Meisterwerke aus der lange Zeit verkannten Sorte - echten Big Zin! Die Trauben für den "Vintners Blend" stammen aus Sonoma, Mendocino und Lodi, wobei die Winemaker den bärenstarken Zin mit ein wenig Petite Sirah (17 %), Carignan (4 %) und Syrah (3 %) zähmen. Perfekt! Nun duftet er balsamisch nach Früchtebrot, Himbeeren, Pfeffer und Feigen und sorgt mit ziselierter Säure und feinen Gerbstoffen für Abwechslung am Gaumen - der perfekte Auftakt zu unserer Tour durch Kalifornien.

Das Land

Fakten Kalifornien

Erster Wein: 1769. Weinboom um 1870
Rebfläche: circa 200.000 Hektar
Weinbau: 32. bis 38. Grad nördlicher Breite
Bedeutendste Weinbauregion: Napa und Sonoma
Häufigste Rebsorten: Rot (60 %): Cabernet, Merlot, Zinfandel, Pinot Noir. Weiß (40 %): Chardonnay, French Colombard, Sauvignon Blanc, Pinot Grigio

Der Wein

2005 Zinfandel "Vintners Blend", Ravenswood, CaliforniaStil:

Rotwein der Sorte Zinfandel. Gärung im Stahltank, teilweise Lagerung in Barriques

Farbe:

kirschrot

Duft:

Himbeere, schwarzer Pfeffer, Vanille, Pflaume

Geschmack:

Schokolade, Kompott, leichte Fruchtsüße

Herkunft:

Sonoma, Lodi, Mendocino

Trinktemperatur:

16 bis 18 Grad, dekantieren

Glas:

Burgundertyp

Trinkzeitpunkt:

bis 2010

Essen:

mit Gemüse geschmortes Rindfleisch, Lammragout, Gulasch

print
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.