Armut, Terror, Korruption Nach einem Jahr Taliban-Herrschaft: Die Hauptstadt Kabul versinkt im Elend. Und mit ihr die Menschen

Drogenabhängige unter einer Brücke im Kabuler Stadtteil Pol-e Sokhta
Tausende Afghanen sind arbeitslos, leiden an Hunger, der sie töten könnte und flüchten sich in die Drogenabhängigkeit: Afghanistan bewegt sich nach der Machtübernahme der Taliban zurück in die Finsternis
© Julian Busch/stern
Ein Jahr sind die Taliban nun wieder an der Macht in Afghanistan. Und alles wird noch schlimmer: die Lage der Frauen, die Armut, der Terror. Eine Bilanz des Schreckens.

Roya wartet morgens um sechs Uhr im Westen Kabuls an der Straße, die nach Kandahar führt. Den Treffpunkt hat sie zur Bedingung gemacht: Die 21-Jährige möchte die Besucher sehen, bevor sie sie über die schlammige Schlaglochpiste bergan zu sich nach Hause führt, in den Bezirk Dasht-e Barchi. Nur Menschen, denen sie vertraut, dürfen wissen, wo sie wohnt und was sie tut. Auch ihr richtiger Name muss geheim bleiben. Denn Roya betreibt eine geheime Schule für Mädchen, denen seit März der Schulbesuch von den Taliban verwehrt wird.


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