Woche der Vielfalt Julian Pecher ist Stadionsprecher. Und schwul. "Ich habe die Kraft, den Gegenwind auszuhalten"

Julian Pecher ist schwul und Stadionsprecher bei Greuter Fürth
Woher nimmt man den Mut, sich in einer Sportart zu outen, in der schwul immer noch als Synonym für Schwäche ist? Julian Pecher, 30, ist Stadionsprecher und möchte mit seinem Coming-out den Fußball verändern.
© Sonja Och
Julian Pecher rechnet damit, als schwuler Stadionsprecher von Fußballfans beleidigt zu werden. Nun will Pecher auch Profis zum Coming-out ermutigen – und so seine konservative Branche verändern.

Julian Pecher, 30, ist Stadionsprecher beim Fußball-Zweitligisten Greuther Fürth – und schwul. Im Fußball gilt das noch immer als Tabu. Auf Kreisligaplätzen und Stadiontribünen ist schwul nach wie vor ein Schimpfwort, gilt synonym für Schwäche. Die Folgen sind bekannt: Bislang hat sich noch kein aktiver deutscher Profi aus der ersten oder zweiten Liga geoutet. Der ehemalige Nationalspieler Thomas Hitzlsperger wagte den Schritt erst nach seiner Karriere. Weltweit gibt es nur zwei aktive Profifußballer, die ihr Schwulsein öffentlich gemacht haben. Wie schafft man also ein Coming-out in einem so rückständigen Umfeld?

Vielfalt – in all ihren Erscheinungen – ist elementar für eine offene Gesellschaft. Dieser Artikel ist Teil einer "Woche der Vielfalt", die erstmals vom 20. bis zum 26. Juni 2022 stattfindet und die den Fokus auf das Thema sexuelle Identität und Orientierung legt. In dieser Woche setzen sich RTL Deutschland sowie die Partnerunternehmen der Bertelsmann Content Alliance ganz besonders für Gemeinschaft, Toleranz und Gleichberechtigung ein.


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