Kindesmissbrauch Spezialistin für Abgründe: So arbeitet eine Kinderpornografie-Ermittlerin

Karin M.
Jeden Tag sieht sie diese Bilder. Sie hat sich schon während ihrer Ausbildung darauf spezialisiert
© Lêmrich
Lügde. Münster. Bergisch Gladbach. Immer wieder schockieren Fälle von Kindesmissbrauch unsere Gesellschaft. Wie arbeiten die Ermittler? Unsere Reporterin konnte eine Kinderpornografie-Ermittlerin bei ihrer Arbeit begleiten.
Von Silke Müller

Zu Hause, Das ist da, wo der Schmerz wohnt. Der Täter hat kein Gesicht. Er hat einen Penis. Wie durch ein Brennglas ist die Aufmerksamkeit auf das gebündelt, worauf es ihm ankommt: eine Penetration. Karin M. schaut auf ihren Monitor. Immer wieder klickt sie auf die Play-Taste. Was sie sieht, ist kein Spiel. Der Täter spricht. Er redet auf das Kind ein. Er hört überhaupt nicht auf. Er erniedrigt das Kind. Er penetriert es. Sprechen und ficken. Ficken und sprechen. Das Kind spricht: „Papa, hör auf.“ Sie trägt einen Kopfhörer. Damit niemand das Weinen hört. Das Flehen, die Schreie. Karin M. ist Kommissarin beim BKA in Wiesbaden. Ihre Waffen sind ihre Augen, ihre Ohren. 

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