Winnetou-Debatte Literatur ist manchmal unerträglich. Aber als Kunst verdient sie Schutz

Winnetou-Bücher aus dem persönlichen Nachlass von Winnetou-Darsteller Pierre Brice
Winnetou-Bücher aus dem persönlichen Nachlass von Winnetou-Darsteller Pierre Brice. Die aktuelle Debatte ist ein weiteres Beispiel dafür, das Literatur im historischen Kontext gelesen und verstanden werden muss, meint stern-Autorin Kerstin Herrnkind
© Jens Kalaene/ / Picture Alliance
Literatur ist wie das Leben – manchmal unerträglich, manchmal in Teilen sexistisch, rassistisch. Aber sie ist eine Kunstform – und muss allein deshalb existieren dürfen. Ein Appell gegen die "Diktatur der Schreihälse".

Die Marquise war schwanger, wusste nicht, von wem. Der Mann tot, kein neuer Lover in Sicht. Was war geschehen? Um das Rätsel zu lösen, gab die Marquise eine Anzeige auf,  "daß der Vater zu dem Kinde, das sie gebären würde, sich melden solle; und daß sie, aus Familienrücksichten, entschlossen wäre, ihn zu heiraten." Es meldete sich niemand. Nur ein russischer Graf tauchte auf und machte ihr den Hof. Er erschien ihr wie ein "Engel". Bis der Adelige ihr gestand, dass er es gewesen war, der sie geschwängert hatte, als sie bewusstlos gewesen war.  Die Marquise reagierte mit "heftigsten Fieber", verzieh dem Grafen und heiratete ihn.

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