Krieg in der Ukraine Mikola Schewtschenko hat die Hölle von Mariupol überlebt. Monatelang war er verschollen

Zerstörte Gebäude in Mariupol
Mariupol wurden monatelang heftig umkämpft, ukrainische Soldaten immer weiter zurückgedrängt, bis sich die Kämpfe auf ein Stahlwerk konzentrierten. Im Mai befahl Wolodymyr Selenskyj, der ukrainische Präsident, den im Stahlwerk von Mariupol eingeschlossenen Kämpfern schließlich, sich nach monatelanger Belagerung zu ergeben 
© STRINGER/ AFP or licensors
Am ersten Tag des Krieges sollte die stern-Reporterin eigentlich nach Mariupol fliegen. Der ukrainische Aktivist Mikola Schewschtschenko wollte ihr bei der Recherche helfen. Doch dann war er in seiner Heimatstadt gefangen.

Mikola Schewtschtschenko fragt sich jetzt manchmal aus der Ferne, wie er das überlebt hat: die Hölle von Mariupol. Die Mauern wankten unter Bomben. Auf den Straßen lagen die Toten, manche Wochen lang. Von seiner Wohnung war bald kaum noch etwas übrig. In der seiner Eltern schmolz sogar der Kühlschrank zu Asche. Das Schwerste? "Du weißt, dass du die Lage nicht ändern kannst. Das raubt dir alle Kraft."  Er litt darunter, abgeschnitten zu sein. "Du weißt nicht, was im Land passiert", sagt er. "Du weißt nicht einmal, was in der Nachbarstraße passiert. Wir saßen da wie in einer Falle."  


Mehr zum Thema