Prozess zum Komplex Wermelskirchen Die Missbrauchs-Anklage gegen Marcus R.: Zeugnis eines menschlichen Abgrunds

Angeklagter im Missbrauchskomplex Wermelskirchen
Medien bezeichneten Marcus R. (M.) als Monster. Sein Verteidigter Christian Lange (l.) sagt vor Gericht: Vielleicht sei der Begriff gar nicht so falsch.
© Oliver Berg / DPA
Er steht im Zentrum eines der größten Missbrauchskomplexe der vergangenen Jahre: Nun muss sich Marcus R. aus Wermelskirchen für 124 mutmaßliche Taten vor Gericht verantworten. Seine Brutalität schien grenzenlos.
Hinweis: Dieser Text thematisiert sexualisierte Gewalt an Kindern.
In einem glattgebügelten Hemd, die Haare kurz geschnitten, Rücken durchgestreckt wie ein Pianist, sitzt Marcus R. auf seinem Stuhl in Saal 07 des Kölner Landgerichts und blättert durch die Anklage. Im Wechsel tragen die beiden Staatsanwältinnen vor, was der Computerfachmann aus Wermelskirchen getan haben soll. Sexueller Missbrauch sowie Anstiftung in 124 Fällen, aufgeteilt in 22 Tatkomplexe. Sein jüngstes Opfer war gerade mal vier Wochen alt. Seite für Seite liest R. mit, den Kopf leicht gesenkt.
Zwei Stunden brauchen die Staatsanwältinnen, um jede einzelne Tat zu schildern. Zwei Stunden voller Grausamkeiten, die R. zwischen 2005 und 2019 begangen haben soll, 14 Jahre lang.

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