Prozessbeginn Vor 27 Jahren wurde Brigitta Jacobi erstochen. Der Täter wurde verurteilt. Und doch könnte er ohne Strafe davonkommen

Nicola Moser, Schwester von Brigitta Jacobi, hält ein Foto von Brigitta
Das Opfer: Brigitta Jacobi war Künstlerin, sensibel, diskussionsfreudig, unkonventionell. Sie wurde im Juli 1995 mit 23 Stichen getötet. Das Foto ist eine kostbare Erinnerung für ihre Schwester
© Lara Freiburger
1995 wurde Brigitta Jacobi erstochen. Schon im vergangenen Sommer wurde ein ehemaliger Manager für die Tat verurteilt. Doch dieses Urteil wurde aufgehoben. Im neuen Prozess geht es um die Frage: War es Mord oder nicht? Denn nur Mord verjährt nicht.

Straßenlaternen tauchen den Gehweg in gelbes Licht. Brigitta Jacobi geht in Richtung S-Bahn. Sie trägt weiße Jeans und ein blaues T-Shirt, es ist Hochsommer und wunderbar warm. Die 35-jährige Absolventin der Kunstakademie hat an diesem Tag in einer Textilfirma in Sindelfingen gejobbt, um 23.28 Uhr hat sie dort ausgestempelt. Sie will die letzte S-Bahn Richtung Stuttgart bekommen. Bis zur Haltestelle sind es nur noch wenige Hundert Meter, als sie einem Mann begegnet. 23 Stiche zählen die Rechtsmediziner später, Brigitta Jacobi stirbt noch am Tatort. Es ist der 14. Juli 1995.

Mehr zum Thema