Museumsbesuche
Staatliche Museen in Bayern feiern Rekordjahr

Die Alte Pinakothek war 2025 besonders gefragt. (Archivbild) Foto: Peter Kneffel/dpa
Die Alte Pinakothek war 2025 besonders gefragt. (Archivbild) Foto
© Peter Kneffel/dpa
Vom Rubens-Gemälde bis zur Technik-Show war im vergangenen Jahr in Bayern einiges geboten. Das sind die neuen Besucherzahlen für 2025.

In unruhigen Zeiten zieht es die Menschen in Bayern in Museen. 2025 sei für die staatlichen Häuser ein Rekordjahr gewesen, sagte Kunstminister Markus Blume (CSU). Rund 6,3 Millionen Besucherinnen und Besucher zählten die Einrichtungen des Freistaats im vergangenen Jahr, einige hunderttausend mehr als 2024. Kunst und Technik waren ebenso gefragt wie Historisches oder Zeitgeschichtliches. Auch Museen anderer Träger waren gut besucht, darunter die Städtische Galerie im Lenbachhaus in München.

"Rekorde fallen nicht vom Himmel"

"Diese Rekorde fallen nicht vom Himmel", kommentierte Blume. Die Museen hätten sich in den vergangenen Jahren immer wieder neu erfunden, etwa mit hochkarätigen Sonderausstellungen, innovativen Vermittlungsformaten und digitalen Angeboten. 

"Gerade in unserer schnelllebigen Zeit suchen Menschen Inspiration, Orientierung und gemeinschaftliche Erlebnisse – und unsere Museen bieten genau das. Sie sind Orte der Begegnung, der Bildung und Erlebnis – analog wie digital", sagte der Minister. 

1,7 Millionen Technikfans

Auf großes Interesse stieß vor allem das Deutsche Museum, das 2025 ein Jubiläum feierte: die Eröffnung des berühmten Hauses auf der Museumsinsel in München vor 100 Jahren. 

Fast 1,7 Millionen Technikfans besuchten nach Angaben des Ministeriums das Haupthaus und andere Standorte etwa in Nürnberg oder Schleißheim. Das seien so viele Gäste, wie noch nie in der Geschichte des Hauses, hieß es. 

Autos im Museum

Stattliche Zahlen gibt es auch vom BMW-Museum, das 2025 auf die Rekordzahl von mehr als 847.000 Besuchern kam. Seit 1973 zeigt der Konzern direkt neben seiner Zentrale Autos, Motorräder, Technik sowie Unternehmens- und Motorsportgeschiche. 

Mit der BMW-Welt gleich nebenan, deren Besucherzahlen in die Millionen gehen kann es zwar nicht ganz mithalten, anders als der BMW-Welt müssen die Besucher im Museum aber Eintritt bezahlen. Zu den hohen Besucherzahlen des vergangenen Jahres könnte einer Sprecherin zufolge auch die Sonderausstellung "Belle Macchine" zu italienischem Design beigetragen haben. 

Die beliebteste Pinakothek

Zufrieden zeigten sich auch die Staatsgemäldesammlungen, die ein turbulentes Jahr hinter sich haben. Nach Debatten über mögliche Missstände und den Umgang mit NS-Raubkunst gab es mit dem Juristen Anton Biebl einen neuen Leiter. Zur Sammlung zählen neben den Pinakotheken und dem Museum Brandhorst in München auch elf Staatsgalerien in ganz Bayern. Sie meldeten rund eine Million Gäste im Jahr 2025. 

Besonders beliebt: die Alte Pinakothek, die nach eigenen Angaben eine der größten Sammlungen mit Werken des flämischen Malers Peter Paul Rubens bietet, ebenso wie Albrecht Dürers weltberühmtes "Selbstbildnis im Pelzrock". 498.000 Tickets verkaufte das Museum, 98.000 mehr als im Jahr 2024. 

Historisches Interesse

Auch historische Themen waren im vergangenen Jahr gefragt. So meldete das Haus der Bayerischen Geschichte in Regensburg einen neuen Rekord von mehr als 300.000 Besuchern. Zu sehen war dort unter anderem eine Landesausstellung über König Ludwig. 

Einen bisher noch nie dagewesenen Zustrom erlebte die Dokumentation Obersalzberg bei Berchtesgaden. Mehr als 213.000 Menschen besichtigten 2025 den Lernort mit Dauerausstellung am einstigen Berghof Adolf Hitlers (2024: 205.000). 

Große Kunst in Künstlervilla

Ebenfalls zufrieden zeigte sich das Münchner Lenbachhaus samt Kunstbau, das eine weltberühmte Sammlung mit Werken der Künstlergruppe Blauer Reiter beherbergt. Fast 290.000 Besuche zählte das Museum 2025, dessen Herzstück die prunkvolle Künstlerresidenz des Porträtmalers Franz von Lenbach ist. "Diese Ergebnisse zeigen eindrucksvoll, wie stark das Lenbachhaus im Stadtleben verankert ist – auch unter herausfordernden Rahmenbedingungen", ordnete das Münchner Kulturreferat die Zahlen ein.

dpa

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