CDU-Parteitag
Merz: "Wir unterstellen niemandem Faulheit"

Merz verteidigt Haltung in Sozialdebatte. Foto: Kay Nietfeld/dpa
Merz verteidigt Haltung in Sozialdebatte. Foto
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Wird in Deutschland zu wenig gearbeitet? Oder: Sind die Deutschen gar faul? Debatten um den Sozialstaat und die Arbeitszeit bestimmen auch den Bundesparteitag in Stuttgart.

CDU-Chef Friedrich Merz hat seine Haltung in der Debatte um Arbeitszeit und Sozialreformen verteidigt. Es sei eine "böswillige Unterstellung", dass die CDU nicht nah genug an den Menschen und zu hartherzig sei, sagte der Kanzler auf dem CDU-Bundesparteitag in Stuttgart. "Wir unterstellen niemandem Faulheit, in Deutschland wird hart gearbeitet." Deutschland sei weiterhin ein leistungsstarkes Land der Schaffer und Macher. 

"Aber wir unterstellen unseren Kritikern Denk-Faulheit, weil sie nicht wahrhaben wollen, dass wir ein paar falsche Anreize im System haben, dass wir zu starre Regeln haben und unsere Leistungskraft mit einem Bürokratiekorsett abgeschnürt wird." Das werde man ändern zusammen mit den Sozialdemokraten.

Deutschland stehe vor einem nur scheinbaren Widerspruch, den man besser erklären müsse, sagte Merz: Unternehmen suchten Arbeitskräfte und gleichzeitig steige die Arbeitslosigkeit auf über drei Millionen. Die Arbeit sei da. "Wir müssen sie nur möglich machen." Man schaffe es aber nicht, die Arbeitsproduktivität zu heben, wenn man die Vier-Tage-Woche für alle verspreche. "Wir können und müssen flexibler werden, wir müssen die Leistungsbereitschaft belohnen, wir müssen die Rückkehr in den Job erleichtern - und vor allem müssen wir den Unternehmen und den Beschäftigten Freude an der Arbeit und am Erfolg ermöglichen."

dpa