In den kommenden Nächten ist zwar der Sternschnuppenschwarm der Lyriden am Himmel über Baden-Württemberg unterwegs. Himmelsgucker brauchen aber eine ganze Portion Glück, wollen sie auf ihre Kosten kommen.
"Die Bedingungen sind vor allem in der Nacht zum Sonntag nicht so günstig, weil das Wetter umschlagen wird", sagte ein Meteorologe vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Er erwartet Schauer vom Nordwesten bis zur Donau. In den beiden darauffolgende Nächten klingen diese Schauer etwas ab, es klart bisweilen und vor allem in der zweiten Nachthälfte auf. "Mit ein bisschen Glück bekommt man dann etwas zu sehen", sagte der DWD-Meteorologe.
Die meisten Sternschnuppen erst Mitte der Woche
Die gute Nachricht: Danach wird es zunehmend besser. Und das Maximum der Lyriden wird erst in der Nacht vom 22. auf den 23. April erwartet. "Wir gehen davon aus, dass es in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch kommende Woche und dann auch in der Nacht danach deutlich bessere Bedingungen geben wird", sagte der Experte des DWD.
Die Lyriden sind nach Angaben der Vereinigung der Sternfreunde mit Sitz im südhessischen Bensheim ab etwa 1.00 Uhr hoch am Himmel zu sehen, wenn das Wetter mitspielt und keine Wolken das Schauspiel verdecken. "Zu dieser Zeit tritt das rechnerische Maximum der Aktivität ein", sagte Uwe Pilz, der Vorsitzende des Vereins. Vor der Dämmerung sei der Ausstrahlungspunkt hoch im Süden. Die Lyriden seien ein Strom mit mittlerer Aktivität. "Man kann mit 15 bis 20 Sternschnuppen in einer Stunde rechnen."
Am besten zum Gucken aufs Land fahren
Die Meteore tauchen mit einer Geschwindigkeit von rund 50 Kilometern pro Sekunde in die Erdatmosphäre ein und verglühen. Dies sind 180.000 Kilometer pro Stunde. Der Ausstrahlungspunkt liegt zwischen dem Herkules-Viereck und dem Sternbild Leier. Die Lyriden sind abgesplitterte Bruchstücke des Kometen C/1861 G1, durch die die Erde auf ihrer Umlaufbahn zieht.
Zu sehen sind sie am besten ohne künstliche Lichtquellen in der Nähe. Für eine klare Sicht lohnt es sich also, in eine ländliche Region ohne Straßenlaternen oder anderes störendes Licht zu fahren. Die Augen müssen sich außerdem an die Dunkelheit gewöhnen.