Fußball-Bundesliga
"Wettbewerbsnachteil": Werder zahlt bei Risiko-Derby

Polizei-Einsatz beim Hinspiel zwischen dem Hamburger SV und Werder Bremen. (Archivbild) Foto: Christian Charisius/dpa
Polizei-Einsatz beim Hinspiel zwischen dem Hamburger SV und Werder Bremen. (Archivbild) Foto
© Christian Charisius/dpa
Wer bezahlt die zusätzlichen Polizeikosten bei Hochrisikospielen wie Werder Bremen gegen den HSV? Dieser Streit zog sich bis vor das Bundesverfassungsgericht. Und nun wird es für Werder wieder teuer.

Polizisten aus Niedersachsen, Hessen oder Mecklenburg-Vorpommern sollen heute Nachmittag helfen, das Nordderby zwischen Werder Bremen und dem Hamburger SV zu sichern (15.30 Uhr/Sky). Ein deutlich größerer Einsatz ist bei sogenannten Risikospielen in der Fußball-Bundesliga üblich. Besonders ist an diesem Spiel nur, dass Werder als einziger deutscher Proficlub diese zusätzlichen Polizeikosten am Ende bezahlen muss.

"In Bremen entstehen zusätzliche Kosten, die so in dieser Form an anderen Standorten nicht anfallen", sagte Werder-Geschäftsführer Tarek Brauer dem Multimediaportal "Deichstube". "Das führt zu einem Wettbewerbsnachteil, der aus unserer Sicht nicht allein von einem Club getragen werden sollte." 

Hintergrund ist, dass nur in diesem Bundesland in einem Gebühren- und Beitragsgesetz festgehalten ist, dass Bremen der Deutschen Fußball Liga (DFL) die Mehrkosten für zusätzliche Polizeieinsätze in Rechnung stellen darf. Und die DFL reicht diese Gebührenbescheide dann stets an Werder weiter.

Sechsstellige Kosten für Werder pro Risikospiel

Das Bundesverfassungsgericht hat diese Praxis 2025 nach jahrelangen Verfahren für rechtmäßig erklärt. Andere Bundesländer nutzen sie nach wie vor nicht aus. In Bremen wird sie auch von der neuen Innensenatorin Eva Högl (SPD) durchgesetzt, die im Januar auf ihren Parteikollegen Ulrich Mäurer folgte. Der hatte den Rechtsstreit mit der DFL einst begonnen. Als eine Folge davon musste Werder seit 2015 nach insgesamt neun Risikospielen Kosten zwischen 200.000 und 450.000 Euro pro Partie bezahlen.

"Die Kosten für die Polizeieinsätze unterscheiden sich im Einzelfall, je nach Aufwand. In der Vergangenheit beliefen sich die Mehrkosten auf sechsstellige Beträge", erklärte ein Bremer Polizeisprecher auf Nachfrage. "Die konkret angefallenen Kosten lassen sich erst im Nachgang bestimmen, wenn alle Rechnungen – also auch solche der unterstützenden Polizeien anderer Länder – bei uns eingegangen sind. Die Kosten schwanken, je nachdem, woher die unterstützenden Polizeien anreisen, wie die Fans anreisen und ob sie durch die Stadt ziehen oder direkt am Stadion ankommen, ob und in welchem Umfang Gewaltbereitschaft besteht, oder wie sich die Tabellensituation darstellt."

dpa