Ex-Trigema-Chef Wolfgang Grupp fühlt sich nach eigener Aussage wieder frei von Depressionen. "Damit könnte ich ja nicht leben", sagte Grupp im Interview mit der "Wirtschaftswoche". Mitte vergangenen Jahres hatte der 83-Jährige einen Suizidversuch öffentlich gemacht.
55 Jahre habe er die Verantwortung für die Firma getragen und dann "alles abgegeben". "Ich stand vor einer Leere. Ich habe gedacht, dass ich nicht mehr gebraucht werde, beziehungsweise dass ich nicht mehr wichtig bin", so Grupp. Der Suizidversuch war ihm zufolge "eine Kurzschlussreaktion, die ich nachträglich sehr bereut habe und sicherlich nicht wiederholen würde".
Grupp geht wieder ins Büro
Mittlerweile gehe Grupp wieder regelmäßig im Büro arbeiten. Auch mit der Arbeit an seiner Biografie, die vor Ostern erscheinen soll, habe er sich in den vergangenen Monaten beschäftigt. "Natürlich ist es ruhiger bei mir geworden. Aber das ist auch schön in meinem Alter. Verantwortung kann auch eine Last sein." Er sei stolz auf seine Frau und seine Kinder, so Grupp. Seine Tochter wohne nebenan, sein Enkelkind sehe er jeden Tag. "Das ist schön."
Der Textilunternehmer Wolfgang Grupp, 1942 in Burladingen geboren, übernahm 1969 die von seinem Großvater gegründete Firma. Trigema stellt Wäsche, Freizeit- und Sportbekleidung her und wirbt damit, zu 100 Prozent "Made in Germany" anzubieten. Anfang 2024 räumte Grupp den Chefposten und gab die Geschäftsführung an seinen Sohn und seine Tochter ab. Beide Kinder waren schon zuvor in der Firma tätig.