Zweieinhalb Jahre nach dem Feuer mit elf Toten in einer Ferienunterkunft im Elsass gehen die Ermittler von einem fahrlässigen Brandausbruch in Kombination mit Sicherheitsmängeln aus. Zeugenaussagen sprächen dafür, dass ein angetrunkener Betreuer vor dem Schlafengehen eine Kerze habe brennen lassen, die Mobiliar in Brand gesetzt habe, berichtete die Zeitung "L'Est Républicain" unter Verweis auf die kürzlich abgeschlossenen Ermittlungen. Unter Alkoholeinfluss habe der Betreuer möglicherweise nicht adäquat auf das Feuer reagiert.
In der Ferienunterkunft in Wintzenheim, etwa 50 Kilometer von Freiburg im Breisgau entfernt, waren Anfang August 2023 zwei Gruppen mit Menschen mit leichter geistiger Behinderung einquartiert. Zehn Menschen mit Behinderung und ein Betreuer starben. Die Staatsanwaltschaft leitete Untersuchungen wegen fahrlässiger Tötung ein. Der 33 Jahre alte Betreuer, der die Kerze in einem Aufenthaltsraum brennen gelassen haben soll, starb in den Flammen, als er in das brennende Gebäude zurückkehrte, um Gruppenmitglieder zu retten.
Die Ermittlungen kamen laut der Zeitung außerdem zu dem Ergebnis, dass die Ferienunterkunft nicht als solche registriert und kontrolliert worden war und nicht über Feuermelder und Feuerlöscher verfügte. Der Gemeinde hätte dies auffallen können, da die Besitzerin zuvor Umbauten zur Schaffung einer Unterkunft beantragt hatte. Auch hätte der Organisator der Gruppenreise nicht überprüft, ob die Unterkunft zugelassen sei. Die Betreuer der Reise seien zudem nicht im Umgang mit Bränden geschult gewesen.