Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach will die Frauengesundheit weiter stärken und die Forschung zur geschlechtersensiblen Medizin ausbauen. Es gebe zahlreiche gesundheitliche Besonderheiten und Erkrankungen, die Frauen betreffen und noch zu wenig bekannt seien, erklärte die CSU-Politikerin in einer Pressemitteilung anlässlich des Internationalen Frauentages.
Diagnosen oft verspätet
So könnten sich etwa Herzinfarkte bei Frauen anders äußern als bei Männern. Auch bei psychischen Erkrankungen gebe es Unterschiede. Zudem erhielten Frauen häufiger falsche oder verspätete Diagnosen, unter anderem weil sie lange Zeit in klinischen Studien unterrepräsentiert gewesen seien.
Geschlechtersensible Ansätze müssten deshalb stärker in medizinische Ausbildung, Forschung und Praxis integriert werden, betonte Gerlach. Ziel sei eine bessere Versorgung für alle Patientinnen und Patienten.
Pilotprojekt in München
Im Rahmen des bayerischen Masterplans Prävention setzt sich das Gesundheitsministerium unter anderem für eine Vorsorgeuntersuchung für Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren – die sogenannte Mädchensprechstunde – sowie für eine neue Vorsorgeuntersuchung in den Wechseljahren ein. Dabei soll ein strukturiertes ärztliches Gespräch über gesundheitliche Risiken und Beschwerden in dieser Lebensphase stattfinden.
Ein entsprechendes Pilotprojekt wird derzeit an der Frauenklinik der Technischen Universität München erprobt. Außerdem informiert das Ministerium mit Kampagnen über Wechseljahresbeschwerden und baut sein Informationsangebot zur Frauengesundheit weiter aus.