Leipzig (dpa) -
Wiederholt sich für Cottbus das Dilemma der Vorsaison?
1:4 in Aachen, jetzt nur 1:1 gegen Ulm: Der FC Energie Cottbus ist auf Rang drei der Drittliga-Tabelle abgerutscht. Und nicht nur das. Die Verfolger holen immer weiter auf. Den Lausitzern droht ein Deja-vu. Bereits in der vergangenen Saison verspielten die Cottbus im letzten Saison-Viertel den Aufstieg in die 2. Fußball-Bundesliga. "Wir haben im Moment Spieler, die nicht die optimale Form haben, speziell im letzten Drittel auf das gegnerische Tor. Das ist keine Kritik, sondern Fakt. Ich bin mir sicher, dass wir das Problem nochmal gelöst bekommen", sagte Trainer Claus-Dieter Wollitz.
Cottbus fand gegen die abstiegsbedrohten Ulmer in keiner Phase des Spiels zu seiner Linie, die Aachen-Klatsche hatte sichtlich Spuren hinterlassen. "Man muss sich mehr Torchancen erspielen, um ein Spiel zu Hause zu gewinnen. Man kann es schludrig nennen", fasste es Wollitz zusammen und legte den Finger in die Wunde: "Wenn man seine eigenen Erwartungen nicht erfüllt, wird man hektisch. Wenn man hektisch wird, macht man Fehler. Auch wenn die Tabellensituation so ist, wie sie ist, das ist ja kein Fallobst, das sind gute Spieler. Vor allem wenn sie nicht permanent unter Druck gesetzt und bearbeitet werden in dieser Situation. Das haben wir nicht geschafft.", sagte "Pele" bei MagentaSport.
Rostocker Jubel-Arie nach Dusel-Sieg
Daniel Brinkmann flippte nach dem 1:0-Auswärtssieg seines FC Hansa Rostock beim SV Wehen Wiesbaden förmlich aus. "Wenn du 25 Minuten überleben musst, dann wirst du schon mal kurz emotional. Da ist es dann aus mir rausgekommen, weil es schon ein geiler Sieg gewesen ist", sagte der sonst so kühle Brinkmann fast schon entschuldigend bei MagentaSport.
Die 25 Zitter-Minuten bezog er dabei auf die Zeit nach der Roten Karte für Florian Carstens. "Die Rote Karte war sehr strittig, das hat uns das Ganze schwer gemacht. Er zieht ja total zurück, hat keine offene Sohle und spielt den Ball sogar noch mit. Das ist niemals eine Rote Karte", schimpfte Brinkmann und gab dem Schiedsrichter insgesamt keine gute Note. Wolfgang Haslberger (St. Wolfgang) hatte auch dem Elfmeterschützen Gelb gezeigt, weil er vor dem Wiesbadener Block gejubelt hatte. "Das ist ein absoluter Witz für mich, dass er dafür eine Gelbe Karte kriegt. Das Tor ist nun mal bei der Kurve von Wiesbaden gewesen und er läuft zum Jubeln", sagte der Hansa-Coach.
Wembley-Tor sorgt für Auer Frust und Schimpf-Tiraden
Wenn man schon kein Glück hat, kommt auch noch Pech dazu. So in etwa fühlt man sich gerade beim FC Erzgebirge Aue. Da rafft sich die Mannschaft trotz der immer aussichtsloser werdenden Lage im Kampf um den Klassenverbleib Woche für Woche immer wieder auf, spielt einen ganz ansehnlichen Fußball - und verliert trotzdem. Das 1:2 beim SV Waldhof Mannheim war bezeichnend. Denn diesmal entschied nicht die Leistung eines der beiden Teams das Spiel, sondern der Schiedsrichter. Und die in Liga drei fehlende Torlinien-Technologie.
Timon Schulz (Hannover) gab in der Schlussminute einen Treffer von Terrence Boyd, der zur Kategorie "Wembley-Tor" gehört. Niemand im Stadion, auch nicht die Fernsehkameras konnten Aufschluss darüber geben, ob der von der Lattenunterkante prallende Ball tatsächlich die Torlinie überquert hatte. Das brachte Christoph Dabrowski auf die Palme. "Ich habe ihn gefragt, wie alt er ist und ob er berechtigt ist, schon ein Drittligaspiel zu pfeifen. Da habe ich keine Antwort bekommen. Ich muss jetzt aufpassen, dass es nicht respektlos wird.", schimpfte der Auer Trainer redete sich bei MagentaSport immer weiter in Rage.
"Das sehe ich von 80 Metern draußen an der Linie, dass der Ball niemals im Tor ist. Ich halte mich immer zurück mit Kommentaren gegen den Schiedsrichter, aber da bin ich fassungslos. Da fehlt mir jegliches Verständnis. Ich brauche mir den Scheiß nicht mehr angucken. Der Schiedsrichter soll sich das selber angucken und sich mal bewusst machen, um was es geht", wetterte Dabrowski über den 29 Jahre jungen Referee.
Und auch die Auer Kicker nahmen kein Blatt mehr vor den Mund. "Es ist unfassbar, solche Entscheidungen zu treffen. Der ist doch nicht hinter der Linie, da braucht man nicht reden. Sollen sie mir ruhig ein Schreiben schicken, aber das geht null Komma null für mich. Ich könnte eine Brandrede halten, aber ich muss mich im Zaum halten", tobte Aues Torschütze Marvin Stefaniak und auch Sturmtank Marcel Bär bekam sich kaum noch ein. "Bei allem Respekt: Unfassbar! Die kriege ich so einen Hals, einen Kotzkragen!"