Auch die insolvente brandenburgische Tochterfirma des belgischen Chemieunternehmens Domo-Chemicals, die Domo Engineering Plastics GmbH, soll gerettet werden. Nachdem das Insolvenzverfahren am Mittwoch eröffnet wurde, soll in den kommenden vier Wochen eine Lösung zur Fortführung des Betriebes gefunden werden, kündigte Insolvenzverwalter Lucas Flöther an. Die zwei anderen Domo-Töchter mit Sitz im sachsen-anhaltischen Leuna wurden von einer neu gegründeten Gesellschaft übernommen und damit gerettet.
Flöther zeigte sich zuversichtlich, dass für den Standort im Landkreis Havelland ein Investor gefunden wird. "Der Verkaufsprozess läuft", sagte er. Der Standort soll weiterhin aus Leuna beliefert werden, kündigte der Geschäftsführer der InfraLeuna GmbH, Christof Günther, an. Die Domo Engineering Plastics GmbH zählt den Angaben nach rund 70 Mitarbeitende. Rechtlich werden die drei Domo-Tochterfirmen als eigenständige Gesellschaften betrachtet. Deshalb müssen für jeden Standort einzeln Investoren gesucht werden.
Domo Chemicals hatte Ende des vergangenen Jahres Insolvenz für die drei Tochterfirmen angemeldet und die Produktion gestoppt. In Sachsen-Anhalt wurde ein Minimalbetrieb aufrechterhalten, weil die Anlagen nicht sicher heruntergefahren werden konnten. Kurz vor knapp wurde nun bekannt, dass die neu gegründete Auffanggesellschaft Leuna Polyamid GmbH die Unternehmen in Leuna übernimmt. 436 der zuletzt rund 500 Domo-Beschäftigten sollen so bleiben können.