Auf deutschen Straßen sind derzeit noch etwa 9.100 Autos der DDR-Marke Wartburg unterwegs - 35 Jahre nach Einstellung der Produktion. Die Zulassungszahlen für das Auto, das im ehemaligen Automobilwerk Eisenach bis zum 10. April 1991 gebaut wurde, waren über mehr als zwei Jahrzehnte dramatisch gesunken. Seit 2015 steigen sie wieder langsam, aber kontinuierlich, wie aus Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes in Flensburg hervorgeht.
Nach den von der Behörde auf Anfrage zur Verfügung gestellten Daten mit Stand Anfang 2025 hat der ehemalige DDR-Mittelklassewagen seine Fans größtenteils in Ostdeutschland. Nur 958 dieser noch zugelassenen DDR-Oldtimer rollen in Westdeutschland über die Straßen. Derzeit sind die meisten der kantigen Gefährte, die anders als der legendäre Trabant eine Stahlblech-Karosserie haben, mit knapp 2.700 in Sachsen zugelassen. In Thüringen sind es noch mehr als 1.700, in Brandenburg und Sachsen-Anhalt jeweils fast 1.500. In Berlin sind es dagegen nur knapp 200.
Treffen der Wartburgfahrer Ende Juli in Eisenach
Einen Grund für die leicht gestiegenen Zulassungszahlen sehen Fachleute darin, dass angesichts der Preissteigerung für nostalgische DDR-Gefährte es wieder Interesse an längst stillgelegten Fahrzeugen gibt, die repariert und aufpoliert werden.
Trotzdem bleibt der Wagen aus Eisenach auf den Straßen eine absolute Rarität - am häufigsten ist er noch bei Wartburg- oder Oldtimer-Treffen zu sehen. Das nächste internationale Wartburgfahrer-Treffen unter dem Motto "Heimweh" ist nach Angaben der Veranstalter vom 31. Juli bis 3. August in Eisenach geplant.
Letzte Wartburg rollte ins Museum
Nach den Zahlen aus Flensburg waren zehn Jahre nach dem Wartburg-Aus noch rund 52.000 der DDR-Gefährte zugelassen, 2011 waren es nur noch etwa 7.500 und 2021 rund 8.500. Der letzte in Eisenach gebaute Wartburg 1.3. ist im Technikmuseum "Automobile Welt Eisenach" zu sehen, das an die lange Automobilbautradition der Thüringer Stadt erinnert. Sie wird seit Anfang der 1990er Jahre durch ein Opel-Werk fortgesetzt.
Der erste Wartburg wurde nach Angaben von Fachleuten 1956 im Automobilwerk Eisenach unter der Bezeichnung 311 gebaut, 1966 folgte der Wartburg 353, der mehr als zwei Jahrzehnte produziert wurde. Gebaut wurden bis zum Produktionsstopp 1991 etwa 1,2 Millionen Autos der Marke Wartburg. Insgesamt kamen aus dem Eisenacher Fahrzeugwerk, das Ende des 19. Jahrhunderts gegründet worden war, mehr als 1,8 Millionen Autos.