Am Ende konnte Trainer Steffen Baumgart mit dem Remis gegen St. Pauli ganz gut leben. Auf dem Weg zum Klassenerhalt in der Bundesliga war es für ihn und Union Berlin ein Kompromiss. "Ein Teilerfolg, den wir gerne mitnehmen", sagte der 54-Jährige nach dem 1:1 gegen die Hamburger, auch wenn er das Ergebnis insgesamt "zwiespältig" sehe.
Denn die Berliner waren klar die überlegene Mannschaft mit den besseren Torchancen. "Ich hätte mir gewünscht, dass wir in der einen oder anderen Aktion direkter werden, klarer werden, nicht mit zwei Kontakten arbeiten, sondern gerade im Strafraum, wenn die Bälle runterkommen, auch mal direkt den Schuss nehmen", sagte der Trainer.
Auch Umschaltsituationen hätte sein Team klarer zu Ende spielen können. "Aber das wird auch nur gehen, indem wir daran weiterarbeiten, indem wir es den Jungs zeigen. Und dass die Jungs dann auch eine gewisse Sicherheit kriegen", sagte Baumgart.
Die Gegner auf "Augenhöhe" machen Union Probleme
Mit einem Sieg hätten die Köpenicker sich schon fast aller Abstiegssorgen entledigen können. Aber bei einer Niederlage wäre der Vorsprung auf den Relegationsplatz eben auch gefährlich geschrumpft. So blieb es bei einem Polster von sieben Zählern, das sechs Spieltage vor Schluss immer komfortabler anmutet. "Am Ende ist es ein verdientes 1:1, was uns genauso hilft, unsere Ziele zu erreichen", sagte der Coach.
In den kommenden Spielen gegen die Tabellen-Schlusslichter Heidenheim und Wolfsburg haben die Berliner nun die Chance, die letzten Zweifel zu beseitigen. Wobei der FCU gerade in solchen Partien häufiger strauchelt. "Wir werden uns immer schwertun als Union Berlin gegen Mannschaften auf Augenhöhe. Wir werden niemanden auseinander zaubern", erklärte der Trainer.
Kann Ilic wieder häufiger treffen?
Das Spiel gegen die Hamburger war aber nach dem durchgehend enttäuschenden Auftritt bei den Bayern (0:4) vor der Länderspielpause ein Schritt in die richtige Richtung. Und brachte die leise Hoffnung, dass ein Mittelstürmer künftig wieder häufiger die "Kleinigkeiten" bringen kann, die für Baumgart in den Spielen gegen die direkte Konkurrenz den Unterschied machen.
Per Kopf erzielte Andrej Ilic gegen St. Pauli nach einer Ecke den Ausgleich. Es war für den Serben erst das zweite Saisontor in der Liga. "Endlich. Das ging mir durch den Kopf: endlich", sagte der 26-Jährige erleichtert. In der Rückrunde der Vorsaison war er mit seinen Treffern ein Garant für den Klassenerhalt. In dieser Spielzeit war der Kasten fast wie vernagelt.
"Ich habe versucht, alles Mögliche zu tun: kämpfen, laufen, Druck machen. Ich habe ein paar Vorlagen gegeben", sagte der Serbe. Acht Assists sind es sogar, doch Union braucht auch einen Knipser. Baumgart lobte den Einsatz von Ilic, freute sich über das Tor und das aus seiner Sicht gute Zusammenspiel mit Sturmpartner Oliver Burke. Er sei "mehr als zufrieden, wie beide da vorn agiert haben." Ein paar weitere Stürmertore würden den Weg zum Klassenerhalt auf jeden Fall erleichtern.