Die Präsidentin der Stiftung Preußischer Kulturbesitz warnt vor einer schleichenden Zerstörung der Demokratie. „Wir erleben, dass die Demokratie aktuell auf vielen Ebenen unterwandert wird“, teilte Ackermann der Deutschen Presse-Agentur mit. Das passiere etwa durch Desinformationen in sozialen Medien, das Inzweifelziehen von Wissenschaftlern oder Angriffe auf bereits erreichte gesellschaftliche Errungenschaften wie Gleichstellung.
„Das beeinflusst die allgemeine Wahrnehmung enorm. Es sind erst Sticheleien, es geht dann aber doch um mehr“, sagte sie. „Und vor solchen schleichenden Veränderungen müssen wir auch die Kultureinrichtungen bewahren.“
Seit einem Jahr leitet Ackermann mit der Preußenstiftung in Berlin eine der größten Kultureinrichtungen in Deutschland. Ihre Stiftung verwaltet unter anderem die Museumsinsel mit ihren weltberühmten Objekten. Diesen Sonntag (7.6.) ruft Ackermann nun zum Demokratietag auf der Museumsinsel auf.
„Müssen Freiheiten immer wieder verteidigen“
Welche Entwicklungen beobachtet sie im In- und Ausland? „Bei europäischen Nachbarn sehen wir, dass Kultureinrichtungen gegängelt, Intendanten eingeschüchtert, Museumsdirektorinnen entlassen werden, wenn sie nicht zur Haltung der regierenden Parteien passen“, erklärte Ackermann.
„Wir leben zum Glück in einem freien Land, das Grundrechte garantiert und schützt, auch die Freiheit der Kunst. Aber wir müssen diese Freiheiten immer wieder auch verteidigen“, warnte die Kulturmanagerin. „Wir erleben in Sachsen-Anhalt gerade, wie eine Partei gegen die Kulturszene zu Felde zieht und nur noch fördern will, was zur Heimatpflege passt.“ In Umfragen zur anstehenden Landtagswahl dort liegt die AfD vorn.
Mit einem Inselfest wird am Wochenende erneut die 200-jährige Geschichte der Museumsinsel gefeiert. Am Sonntag (7. Juni) wird dann auch der Demokratietag begangen, organisiert unter anderem mit der Stiftung Hambacher Schloss und der Stiftung Berliner Mauer.
Geplant sind etwa Debatten zu Themen wie Patriotismus, Wehrpflicht und Kunstfreiheit. „Wir zeigen, dass unser Wertefundament bewahrt und verteidigt werden muss“, teilte Ackermann vorab mit. „Und dass Demokratie harte Arbeit ist.“