Beschimpfungen und Gewalt belasten aus Sicht der Landesärztekammer in Brandenburg zunehmend die Arbeit von Medizinern. "Die Hemmschwelle sinkt. Das macht uns große Sorgen", sagte Kammer-Präsident Frank-Ullrich Schulz anlässlich eines europaweiten Aktionstags gegen Gewalt im Gesundheitswesen am 12. März. Die Berufsvertretung der Ärzte spricht von Beschimpfungen im Wartezimmer, Drohungen am Telefon und körperlichen Übergriffen im Notdienst.
Im Juni 2025 richtete die Landesärztekammer eine Meldestelle "Gewalt gegen Ärztinnen und Ärzte" ein. Zahlen zu Vorfällen liegen laut Ärztekammer jedoch noch nicht vor, da die Auswertung erst im Laufe des Jahres abgeschlossen werde. Der erste Eindruck der eingegangenen Meldungen sei besorgniserregend, hieß es. Auch Umfragen in Rettungsstellen der Kliniken sowie bei ärztlichen Leitern im Rettungsdienst sollen Erkenntnisse zur aktuellen Situation bringen.
Aus Sicht der Ärztekammer ist eine konsequente strafrechtliche Verfolgung von Übergriffen, bessere Unterstützung für Betroffene sowie eine Förderung von Sicherheits- und Präventionsmaßnahmen nötig. Das Angebot an Deeskalations- und Präventionstrainings sollte ausgebaut werden, hieß es.