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"Harry Potter"-Schauspieler "Keine obszöne, ultrarechte Faschistin": Ralph Fiennes nimmt J.K. Rowling in Schutz

Ralph Fiennes verteidigt J.K. Rowling
Ralph Fiennes spielt in den "Harry Potter"-Filmen Lord Voldemort
© ZUMA Wire / Imago Images
J.K. Rowling eckt mit ihren teilweise transfeindlichen Kommentaren an. Jetzt wurde die Autorin von "Harry Potter"-Star Ralph Fiennes verteidigt. 

J.K. Rowling und ihre umstrittenen Aussagen sind seit Jahren ein empfindliches Thema für all die Stars, die durch "Harry Potter" berühmt wurden. Immer wieder äußert sich die Autorin transfeindlich. Emma Watson positionierte sich bereits öffentlich, auch Daniel Radcliffe hat in der Vergangenheit Stellung bezogen. Doch jetzt bekommt Rowling Unterstützung von einem anderen "Harry Potter"-Star. Schauspieler Ralph Fiennes, der in den Filmen Lord Voldemort spielt, sprach mit der "New York Times" über die Erfinderin der Zauberlehrling-Reihe. 

Ralph Fiennes verteidigt J.K. Rowling

"Die Beschimpfungen, die gegen sie gerichtet wurden, sind widerlich, es ist entsetzlich. Ich meine, ich kann verstehen, dass man wütend darüber ist, was sie über Frauen sagt", erklärt er der Zeitung, fügt dann noch hinzu: "Aber es handelt sich nicht um eine obszöne, ultrarechte Faschistin. Es ist einfach eine Frau, die sagt: 'Ich bin eine Frau und ich fühle mich als Frau und ich möchte sagen können, dass ich eine Frau bin.'"

Er spielt damit auf einen Konflikt an, den Rowling 2020 auf Twitter lostrat. Damals teilte sie einen Artikel über ein Entwicklungshilfe-Projekt, der in der Überschrift den Begriff "Menschen, die menstruieren" statt des Wortes "Frauen" benutzte. Dazu schrieb die Autorin: "'Menschen, die menstruieren.' Ich bin mir sicher, dass es mal ein Wort für diese Leute gegeben hat. Helft mir mal auf die Sprünge. Wumben? Wimpund? Woomud?" (Eine Anspielung auf englisch women, Anmerkung der Red.)

Mehrere "Harry Potter"-Stars positionierten sich gegen sie

Anschließend äußerten sich sowohl Daniel Radcliffe als auch Emma Watson und Eddie Redmayne und widersprachen Rowlings von vielen Menschen als "transfeindlich" bezeichneten Äußerungen. Watson sagte zuletzt: "Transmenschen sind, wer sie sagen, dass sie es sind, und sie verdienen es, ihr Leben zu leben ohne andauernd hinterfragt zu werden und gesagt zu bekommen, dass sie nicht sind, wer sie sind. Ich will, dass meine Trans-Follower wissen, dass ich und viele andere Menschen auf dieser Welt euch sehen, respektieren und so lieben, wie ihr seid."

Fiennes sieht die Debatte anders als seine jüngeren "Harry Potter"-Kollegen, erklärt er der "New York Times". "J.K. Rowling hat diese großartigen Bücher geschrieben, in denen es um Selbstbestimmung geht, um junge Kinder, die sich selbst als menschliche Wesen finden. Es geht darum, wie man ein besserer, stärkerer, moralisch orientierter Mensch wird", erklärt er.

Rupert Grint, der in den Filmen Ron Weasley spielt, hatte Anfang des Jahres die wohl diplomatischste Antwort auf die Erfinderin der Erfolgsbücher parat. "Ich sehe J.K. Rowling wie eine Tante. Ich bin nicht unbedingt mit allem einverstanden, was meine Tante sagt, aber sie ist trotzdem meine Tante. Das ist eine heikle Sache", sagte er der "Sunday Times". 

Quellen: "New York Times" / "Sunday Times"

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