Nur wenige Schülerinnen und Schüler ohne Gymnasialempfehlung schaffen in Berlin den Weg aufs Gymnasium noch über die Teilnahme am dafür vorgesehenen Probeunterricht. Versucht haben es in diesem Jahr nach Angaben der Bildungsverwaltung 1.223 (2025: 1.937). Aber nur 1,22 Prozent konnten so ihre "gymnasiale Eignung" nachweisen und erhalten eine entsprechende Empfehlung (2025: 2,6 Prozent).
Der Landeselternausschuss sieht die aktuelle Regelung für den Übergang aufs Gymnasium nach der sechsten Klasse entsprechend kritisch. Die noch schlechtere Quote als im Vorjahr sei ein schwieriges Thema, sagte der Vorsitzende des Landeselternausschusses, Norman Heise, der Deutschen Presse-Agentur. Die Erklärung von Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch, sie sei die Folge der guten Prognosen in den Grundschulen, greift aus Heises Sicht zu kurz.
Elternvertreter fordern Probetests
Die Elternvertreter fordern, die Tests im Rahmen des Probeunterrichts vorher mit Schülerinnen und Schülern auszuprobieren, die eine Gymnasialempfehlung haben. Das sei auch die Praxis in Brandenburg. "Berlin macht genau das nicht", sagte Heise.
Gleichzeitig wirft er der Bildungsverwaltung mangelnde Transparenz vor: Die schon für Sommer vergangenen Jahres in Aussicht gestellte Auswertung der Aufnahmetests liege immer noch nicht vor. "Das war angekündigt, aber es kam nichts", sagte Heise. "Dadurch entsteht der Eindruck, es gebe etwas zu verheimlichen." Weil die Daten nicht auf dem Tisch liegen, sei nicht klar, woran und warum so viele Kinder die Tests beim Probeunterricht nicht geschafft haben.
Insgesamt stehen 28.818 Schülerinnen und Schüler der sechsten Klasse an den öffentlichen allgemeinbildenden Schulen vor dem Übergang an eine weiterführende Schule. Mehr als die Hälfte (rund 53 Prozent, 2025: rund 54 Prozent) davon hat nach Angaben der Bildungsverwaltung von vorneherein eine Gymnasialempfehlung bekommen. Grundlage der entsprechenden Förderprognose sind die Noten in Deutsch, Mathematik und der ersten Fremdsprache.