Nach Stromausfall in Berlin Brandenburg: Kein umfassender Schutz der Stromversorgung

Brandenburgs Innenminister René Wilke (SPD) hält die kritische Infrastruktur nach dem Anschlag auf die Stromversorgung in Berlin
Brandenburgs Innenminister René Wilke (SPD) hält die kritische Infrastruktur nach dem Anschlag auf die Stromversorgung in Berlin nicht für ausreichend geschützt (Archivbild). Foto
© Britta Pedersen/dpa
Der Brandanschlag auf die Stromversorgung in Berlin hat Folgen für Zehntausende Menschen gehabt. Brandenburgs Innenminister Wilke sagt, wie er die Sicherheitslage einschätzt.

Nach dem Anschlag auf die Berliner Stromversorgung hält Brandenburgs Innenminister René Wilke (SPD) wichtige Anlagen nicht für umfassend geschützt. "Unsere kritische Infrastruktur ist für alle transparent", sagte er im Landtags-Innenausschuss unter Verweis auf die sogenannte Open Infrastructure Map. "Weil wir all das in der Weise offengelegt haben, ist es auch nicht möglich, einen so allumfassenden Schutz zu gewährleisten."

Es gebe aber ein Bewusstsein für Investitionen sowie Schulungen und Trainings. An vielen Stellen sei das Sicherheitsniveau höher als erwartet. Der Minister verwies außerdem auf sogenannte Katastrophenschutz-Leuchttürme in Brandenburg, wo Betroffene im Notfall Strom und Wärme bekämen. Darüber könne die Bevölkerung noch stärker informiert werden, sagte Wilke.

Bekennerschreiben von linksradikaler Gruppe

Am 3. Januar hatten mutmaßlich linksextreme Täter Starkstromleitungen nahe einem Kraftwerk im Südwesten Berlins angezündet und kurzgeschlossen. Rund 45.000 Haushalte und mehr als 2.200 Geschäfte und Firmen sowie Krankenhäuser und Pflegeheime waren tagelang ohne Strom. Zu dem Brandanschlag bekannten sich die linksextremistischen sogenannten "Vulkangruppen", die als Ziel den Kampf gegen Kapitalismus angaben.

Im März 2024 hatte eine Gruppe Feuer an einen großen Strommast gelegt, der auch für die Versorgung der Tesla-Fabrik in Grünheide nötig war. Die Produktion wurde durch die Sabotage tagelang gestoppt.

dpa