Tarifverhandlungen Warnstreik in der Bildung: rund 3.500 Teilnehmer in Berlin

Die GEW hat zum Warnstreik aufgerufen. (Symbolbild) Foto: Christophe Gateau/dpa
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Die Bildungsgewerkschaft GEW hat bundesweit zum Warnstreik aufgerufen. In Berlin haben sich daran unter anderem Lehrer, Erzieher und Beschäftigte an Hochschulen beteiligt.

Rund 3.500 Beschäftigte aus dem Bildungsbereich haben nach Angaben der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Berlin für höhere Einkommen demonstriert. Die Bildungsgewerkschaft hatte zu einem bundesweiten "Streiktag Bildung" aufgerufen. Laut Polizei wurden zu der Demonstration mit Kundgebung 3.000 Menschen angemeldet. 

Laut GEW Berlin beteiligten sich neben Lehrkräften auch Sozialarbeiter, Erzieher im Landesdienst, studentische Mitarbeiter und Lehrende an Hochschulen sowie Beschäftigte der Jugendämter.

Eine Sprecherin hatte im Vorfeld angekündigt, dass es aufgrund des Warnstreiks Einschränkungen etwa in den Kitas und bei der Nachmittagsbetreuung geben könnte. Zudem könnten einzelne Schulstunden ausfallen.

Beteiligung am Warnstreik

Nach Angaben der Bildungsverwaltung streikten an den Schulen rund 2.250 Angehörige des pädagogischen Personals, darunter etwa 1.150 Lehrkräfte. Insgesamt beschäftige das Land Berlin 35.000 Lehrerinnen und Lehrer. Besonders hoch sei die Streikquote in Neukölln gewesen – besonders niedrig hingegen in Spandau und Treptow-Köpenick.

Von den 279 Kitas der landeseigenen Bildungsverwaltung seien 14 Einrichtungen vollständig geschlossen gewesen, so die Verwaltung. 130 Kitas nahmen demnach nicht am Warnstreik teil. In den restlichen Einrichtungen sei es je nach Beteiligung zu Einschränkungen, etwa in Form von reduzierten Betreuungsangeboten, gekommen.

Die landeseigenen Kitas machen in Berlin nur einen kleineren Teil der Kinderbetreuungseinrichtungen aus. 

Bundesweiter Aktionstag

Beim bundesweiten Aktionstag der GEW waren alle Beschäftigten zum Warnstreik aufgerufen, für die der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder gilt. Nicht direkt an den Tarifvertrag gebunden sind unter anderem Kitas in freier Trägerschaft. Wegen der hohen Zahl der Verbeamtungen können auch viele Lehrkräfte an Schulen nicht streiken. 

Neben Berlin gehörten auch Leipzig, Hamburg, Köln und Mannheim zu den zentralen Streikschwerpunkten. Hintergrund sind die laufenden Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst der Länder, die nach zwei ergebnislosen Runden Mitte Februar fortgesetzt werden sollen. In den Verhandlungen fordern die Gewerkschaften sieben Prozent mehr Geld im Monat, mindestens aber 300 Euro. Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL), zu der auch Berlin gehört, wies das als zu hoch zurück.

dpa