Buckelwal
Minister zu Wal-Rettungsversuch: "Haben jetzt ein System"

Aus Sicht von Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) hat der letztlich gescheiterte Rettungsversuch für den
Aus Sicht von Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) hat der letztlich gescheiterte Rettungsversuch für den gestrandeten Buckelwal in der Ostsee gezeigt, was möglich ist. (Archivbild) Foto
© Jens Büttner/dpa

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"Wir haben bewiesen, was möglich ist", sagt Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus. Er rechnet mit weiteren Wal-Strandungen in der Ostsee.

Der letztlich gescheiterte Rettungsversuch für den in der Ostsee gestrandeten Buckelwal ist aus Sicht von Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus nicht umsonst gewesen. "Wir haben bewiesen, was möglich ist, wir haben jetzt ein System", sagte der SPD-Politiker in einem Interview des "Nordkurier".

Eine private Initiative hatte den rund zwölf Meter langen und zwölf Tonnen schweren Meeressäuger Ende April vor der Insel Poel nahe Wismar in einen gefluteten Lastkahn, eine Barge, bugsiert. Ein Schlepper zog die Barge dann durch das Kattegat bis an den Beginn der Nordsee. Rund 70 Kilometer nördlich von Skagen wurde der Wal am 2. Mai ins Meer entlassen.

Backhaus sagte in dem Interview weiter: "Hätten wir diese Methoden schon am Anfang in Niendorf gehabt, hätten wir nicht mit einer Chance von 0,1 Prozent gearbeitet, sondern vielleicht mit 60 bis 70 Prozent Sicherheit, ihn heil herauszubekommen." Am 15. Mai trieb der Buckelwal tot vor der dänischen Insel Anholt.

Fünfmal gestrandet

Der Buckelwal war im März und April innerhalb weniger Wochen insgesamt fünfmal an der Küste Schleswig-Holsteins und Mecklenburg-Vorpommerns gestrandet. Die erste Strandung fand dabei vor Niendorf in der Lübecker Bucht statt. 

Helfer baggerten damals eine Rinne und der Wal schwamm sich schließlich frei. Allerdings schwamm er nicht nach Norden in Richtung Nordsee, sondern nach Osten und strandete vor Wismar erneut. Zuletzt geriet er in eine flache Bucht der Insel Poel, Kirchsee genannt. Dort wurde er Ende April in die Barge bugsiert. Viele Wissenschaftler hatten die Aktion kritisiert und dafür plädiert, das mutmaßlich kranke Tier in der Bucht sterben zu lassen.

Weitere Wal-Strandungen erwartet

Backhaus hat wiederholt gesagt, er rechne damit, dass in der Zukunft weitere Wale in der Ostsee stranden werden. Für den Umgang damit brauche es ein Konzept. Die Bund-Länder-Arbeitsgemeinschaft Nord- und Ostsee soll bis zum Herbst Vorschläge vorlegen. Das hat die Umweltministerkonferenz Anfang Mai beschlossen.

dpa

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