Freizeitbäder
Weniger sexuelle Übergriffe in Hamburgs Saunen und Bädern

Der städtische Betreiber Bäderland hat in den vergangenen drei Jahren eine abnehmende Zahl von sexuellen Übergriffen in seinen H
Der städtische Betreiber Bäderland hat in den vergangenen drei Jahren eine abnehmende Zahl von sexuellen Übergriffen in seinen Hamburger Saunen und Bädern registriert. (Archivbild) Foto
© Christian Charisius/dpa
Sauna-Besucher begegnen sich oft nackt. Nicht immer verhalten sich alle korrekt. Der Hamburger Betreiber Bäderland verhindert aber nach eigenen Angaben die meisten Belästigungen und Übergriffe.

Die Zahl der sexuellen Übergriffe in den Hamburger öffentlichen Bädern und Saunen ist nach offiziellen Angaben in den vergangenen drei Jahren zurückgegangen. 2023 seien 30 Fälle dokumentiert worden, 2024 noch 28 und im vergangenen Jahr 16, teilte der Senat auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion mit. Die Zahl der Polizeieinsätze in den öffentlichen Bädern und Saunen nahm unterdessen von 25 (2023) auf 29 (2025) zu.

In den meisten Fällen reagierte der städtische Betreiber Bäderland mit einem Hausverbot. Doch nicht immer seien die Personalien der Beschuldigten bekannt gewesen. Einige von Übergriffen Betroffene hätten sich erst später an Bäderland gewandt, hieß es.

2023 und 2024 ereigneten sich die meisten Belästigungen und Übergriffe im Holthusenbad im Stadtteil Eppendorf. 2025 lag dieses Bad mit fünf Fällen weiterhin vorn, allerdings wurden im Billebad in Bergedorf ebenfalls fünf Vorkommnisse gezählt.

Unternehmenssprecher: Sensibilität hat zugenommen

Mit dem Betrieb der Freibäder hätten die Zahlen nichts zu tun, sagte Bäderland-Sprecher Michael Dietel. Auch im klassischen Sportbad sei das kein Thema. Es gehe um Vorfälle, die sich im Umfeld von Saunen abspielten, wo man sich oft nackt begegne. Die Sensibilität für sexuelle Belästigungen habe zugenommen. "Sobald sich jemand belästigt fühlt, ist es eine Belästigung", sagte der Sprecher. 

Den Rückgang der Meldungen erklärte er mit dem erfolgreichen Präventionskonzept des Betreibers. Die Zahl der Polizeieinsätze habe zugenommen, weil Betroffene häufiger zustimmten, die Beamten zu rufen. Das Holthusenbad sei ein historisches Gebäude mit vielen Ecken und Winkeln, in denen man sich gut verstecken könne. Dank der Präventionsbemühungen seien die Belästigungen aber auch dort zurückgegangen, sagte Dietel. Bäderland zählte 2025 rund 4,5 Millionen Gäste. Es gibt zehn Bäder mit Sauna.

Zuvor hatte NDR 90,3 über das Thema berichtet.

dpa

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