Nach Bewertung des Naturschutzbunds Deutschlands zahlen internationale Großreedereien zu wenig Steuern auf ihre Gewinne. Der Naturschutzbund, kurz NABU, spricht davon, dass die Branche mit "Dumpingsteuern" bevorzugt werde. Das belaste die Allgemeinheit.
Die Konzerne müssten künftig mehr Verantwortung für Klima und Gesellschaft übernehmen, teilte NABU mit. Er fordert einen weltweit einheitlichen Prozentsatz, anhand dessen die Reedereien besteuert werden sollten.
Anlass der NABU-Kritik ist eine aktuelle Analyse der britischen Nichtregierungsorganisation Opportunity Green. Der Analyse zufolge unterlagen die zehn größten Reedereien, die Finanzzahlen veröffentlichten, 2024 im Mittel einer effektiven Steuerquote von 11,9 Prozent. Die Organisation hat Zahlen von Konzernen wie Maersk, CMA CGM und Hapag-Lloyd begutachtet.
Opportunity Green führt die niedrige Quote auf spezielle Steuerregeln zurück, die für die Branche gelten. In Deutschland regelt etwa die sogenannte Tonnagesteuer die Gewinnermittlung im internationalen Handelsverkehr. Letztlich führt sie dazu, dass Reedereien weniger Steuern zahlen müssen.
Branche unterstützt Tonnagesteuer
Die Schifffahrtsbranche verteidigt die Tonnagesteuer. So stritt die Präsidentin des Branchenverbands VDR, Gaby Bornheim, in der Vergangenheit ab, dass die Tonnagesteuer eine Steuererleichterung sei. Sie verzerre nicht den Wettbewerb, sondern helfe, Reedereien im eigenen Land zu halten.
Der Koordinator der Bundesregierung für maritime Wirtschaft, Christoph Ploß (CDU), hatte gegen Ende 2025 angekündigt, die Bundesregierung wolle die Tonnagesteuer auf Offshore-Schiffe ausweiten, "damit sich noch mehr Unternehmen aus der Offshore-Windindustrie in Deutschland ansiedeln".