Schulpolitik Stenke sieht Umsetzung des Ganztags an Grundschulen auf Kurs

Bildungsministerin Dorit Stenke sieht Land und Kommunen beim Ganztag in Grundschulen auf Kurs. (Archivbild) Foto: Frank Molter/d
Bildungsministerin Dorit Stenke sieht Land und Kommunen beim Ganztag in Grundschulen auf Kurs. (Archivbild) Foto
© Frank Molter/dpa
Viele Eltern warten auf die Ganztagsbetreuung ihrer Kinder an Grundschulen. Zum nächsten Schuljahr geht es los, zunächst mit Klasse 1. Die Bildungsministerin ist mit den Vorbereitungen zufrieden.

Die Vorbereitungen für die Ganztagsbetreuung an den Grundschulen in Schleswig-Holstein ab August gehen in die letzte Phase. Bildungsministerin Dorit Stenke sieht Land und Kommunen dabei voll auf Kurs. Städte und Gemeinden als Schulträger seien ihrer Einschätzung nach zufrieden, weil der für sie entscheidende Punkt der Finanzierung geklärt sei, sagte die CDU-Politikerin der dpa. "Wir haben jetzt die Betriebskostenrichtlinie veröffentlicht. Das ist für sie der wichtigste Punkt."

Die Kommunen seien jetzt in der Lage, Fachkräfte zu engagieren und Kooperationspartner zu finanzieren, die mit den Kindern zum Beispiel bastelten, tischlerten oder Sport machten. "Wir erstatten die Kosten, die der Träger tatsächlich hat." Das geschehe halbjährlich nachträglich und unbürokratisch. "Sie müssen bei uns keine Anträge stellen", so die Ministerin. Der Rahmen werde von vielen als sehr auskömmlich eingeschätzt, habe sie gehört. Das Abrechnungsformular für den Schulträger bestehe nur aus zehn Angaben. Aktuell werde eine Handreichung für die Schulträger erarbeitet mit Antworten auf alle drängenden Fragen.

Anträge über 890 Millionen Euro liegen vor

Nach Angaben der Ministerin wurden 633 Anträge mit einem Gesamtvolumen von rund 890 Millionen Euro eingereicht. Diese würden gerade unter Hochdruck von der Investitionsbank Schleswig-Holstein geprüft. "Es zeigt sich, dass weitere Mittel erforderlich sein werden. Die Landesregierung wird ihrer Zusage treu bleiben und 85 Prozent der förderfähigen Investitionskosten für den Ausbau des Ganztages übernehmen. Das bedeutet: Mehr als eine halbe Milliarde Euro investiert das Land in Infrastruktur im Ganztag", so Stenke.

Beim pädagogischen Rahmenkonzept sei ihr wichtig, dass es nicht nur um das Betreuen der Kinder gehe. "Es geht auch darum, dass dort Bildung vermittelt wird, dass Kinder partizipieren, dass sie beteiligt werden." Die Grundzüge des Rahmenkonzepts seien in Regionalkonferenzen entwickelt worden. "Wir wollten ansetzen an dem, was schon in der Region vorhanden ist." Denn vielerorts gebe es bereits Ganztagsangebote.

Anspruch auf Ganztag beginnt im Sommer für die 1. Klasse

Der Anspruch auf Ganztagsbetreuung von acht Stunden täglich in den Grundschulen beginnt zum Schuljahr 2026/2027 mit der 1. Jahrgangsstufe. Das Land übernimmt 85 Prozent der Investitionskosten und trägt 75 Prozent der laufenden Kosten nach Abzug der Elternbeiträge.

Das Thema steht am Donnerstag auf Antrag der SPD-Fraktion auf der Tagesordnung des Finanzausschusses. Der SPD-Bildungspolitiker Martin Habersaat hatte zuvor kritisiert, das Land stolpere mit Ansage in den Ganztag.

dpa