Silvester Viel Lokalkolorit bei ZDF-Silvestershow im Hamburger Hafen

Erstmals fand die ZDF-Silvestershow nicht am Brandenburger Tor, sondern in der Hamburger Hafencity statt. Foto: Christian Charis
Erstmals fand die ZDF-Silvestershow nicht am Brandenburger Tor, sondern in der Hamburger Hafencity statt. Foto
© Christian Charisius/dpa
Shantychor, Dragqueens und Feuerwerk auf der Elbe: Wie Hamburg die ZDF-Silvestershow zur maritimen Party macht – mit Überraschungen auf und abseits der Bühne.

Shantychor und Dragqueens, Elbphilharmonie und Reeperbahn: Bei der ZDF-Silvestershow "Willkommen 2026" gab es viel Lokalkolorit zu erleben. Erstmals fand die live übertragene Show nicht vor dem Brandenburger Tor in Berlin, sondern auf einer schwimmenden Bühne auf der Elbe vor dem Westfield Einkaufszentrum statt. Um Mitternacht erleuchtete ein Feuerwerk, das von Schleppern abgefeuert wurde, das Hafenpanorama.

Zu Beginn begrüßten die Moderatoren Andrea Kiewel und Johannes B. Kerner die Zuschauer am Chicagokai bei Temperaturen um die 4 Grad und leichtem Regen, der später immer mehr zunahm, mit "Hallo, Hamburg" und "Moin". "Wir machen viereinhalb Stunden Partyatmosphäre live aus dem Hamburger Hafen. Ganz Hamburg feiert mit. Schön, dass ihr alle rausgekommen seid bei diesem wilden Wetter, und mit uns zusammen Party macht. Und Hamburg grüßt von hier aus ganz Deutschland", sagte Kerner. Das waren die Höhepunkte der Show:

Musikalische Gäste - von Johannes Oerding bis Felix Jaehn

Zu den musikalischen Gästen gehörten der Wahlhamburger Johannes Oerding, der zu Beginn seinen Hit "Kreise" und später "An guten Tagen" und "Hier gehör ich hin" von seinem neuen Album "Hotel" präsentierte. "Mein Leben ist wie ein Hotel", verriet der Sänger im Interview mit Kerner

Viel Zuspruch bekam auch die in der Nähe von Heide lebende Sängerin Kerstin Ott, die ihre Erfolgssongs "Die immer lacht" und "Regenbogenfarben" zum Besten gab. Höhepunkt war für viele Zuschauer sicherlich der Auftritt von Michael Patrick Kelly, der kurz vor Mitternacht seine Hits "The One", "Beautiful Madness", "Wonders" und "Run Free" sang. Danach kamen alle Künstler auf die Bühne, feierten mit und umarmten sich. 

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Das Bo und De Tampentrekker

Richtige Partystimmung kam auf, als der Hamburger Rapper Das Bo "Wir woll'n Feiern", "Leute sind Leute" und seinen Kultsong "Türlich, Türlich, Sicher, Digger" performte. Abtanzen konnten die Zuschauer bei den Remixversionen von DJ Felix Jaehn. Seit Jahren gehört der in Hamburg geborene und in Schönberg in Mecklenburg-Vorpommern aufgewachsene Jaehn zu den erfolgreichsten DJs der Welt. 

Für das maritime Feeling sorgte der Shantychor De Tampentrekker, bekannt aus der NDR-Sendung "Inas Nacht". Die kultigen Sänger in ihren maritimen Outfits brachten die Menschen mit Klassikern wie "Auf der Reeperbahn", "Santiano" und "Aloha heja he" zum Schunkeln. Das übertraf nur noch Lokalmatador Lotto King Karl mit seiner Hymne "Hamburg, meine Perle".

Live-Schalte auf die Reeperbahn und an die Landungsbrücken

Während der Show gab es Live-Schaltungen auf die Reeperbahn und an die Landungsbrücken. Co-Host Oli.P begrüßte auf Hamburgs sündiger Meile unter anderem Freunde von Dragqueen Olivia Jones. Auf dem Museumsschiff Rickmer Rickmers versuchte er, sich mit "Notruf Hafenkante"-Darsteller Marc Barthel zu unterhalten, aber die Verbindung war leider zu schlecht. Eine Schalte gab es auch in das Miniatur Wunderland - die größte Modelleisenbahn der Welt. Auch ein Blick in den großen Saal der Elbphilharmonie durfte nicht fehlen, wo gerade das NDR Elbphilharmonie Orchester sein Silvesterkonzert präsentierte. 

Wird es nächstes Jahr eine Fortsetzung geben?

Die traditionelle Show am Brandenburger Tor in Berlin war vom Veranstalter abgesagt worden, nachdem das Land Berlin die öffentlichen Zuschüsse gestrichen hatte. Stattdessen gab es an dem Berliner Wahrzeichen in diesem Jahr eine DJ-Party und ein siebeneinhalbminütiges Feuerwerk, das ab Mitternacht live im Ersten übertragen wurde.

Die Stadt Hamburg freute sich über die Möglichkeit, sich bundesweit präsentieren zu können - die städtische Marketing-Gesellschaft gab dafür einen Zuschuss von 400.000 Euro, was die Linken kritisiert hatten. Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) sagte vor der Show, er würde es sehr begrüßen, wenn das ZDF dabei bliebe, die Show aus Hamburg zu senden. "Wir haben das gerne ermöglicht. Und ich würde mich freuen, wenn daraus eine neue Tradition wird."

dpa