Mit Hilfe des schuldenfinanzierten Sondervermögens wollen Bund und Land in Schleswig-Holstein 2026 voraussichtlich rund 500 Millionen Euro in das Straßen- und Radwegenetz stecken. "Die uns vom Bund für Straßen zusätzlich bereitgestellten 200 Millionen Euro aus dem Sondervermögen sowie zusätzliche 10 Millionen Euro für Radwege geben uns in diesem und in den kommenden Jahren den Spielraum, unseren massiven Sanierungsstau abzubauen", sagte Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen (CDU).
Der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBV) plant Bau- und Sanierungsprojekte von Bundes- und Landesstraßen sowie Radwegen im Umfang von 271 Millionen Euro. Davon entfallen 2026 voraussichtlich 131 Millionen Euro auf das 1.550 Kilometer umfassende Bundesstraßen-Netz.
"Aus dem Sondervermögen werden wir in den kommenden vier bis fünf Jahren insgesamt 40 Projekte realisieren, davon 29 Straßenbaumaßnahmen und den Bau elf neuer Brücken", sagte LBV-Direktor Frank Quirmbach. Davon starten sechs bereits im laufenden Jahr. Der Sanierungsstau betrage schätzungsweise noch rund eine Milliarde Euro. Zwar sei der Turnaround geschafft, aufgrund steigender Baukosten habe sich die notwendige Summer aber nur wenig geändert.
Madsen mahnt Geduld an
Die Autobahn GmbH des Bundes steckt 2026 mehr als 200 Millionen Euro in die Autobahnen im Norden. Es stünden sechs größere Projekte an, darunter die weitere Sanierung der A1 zwischen Ratekau und Pansdorf, sagte der Direktor der Niederlassung Nord, Carsten Butenschön. "Darüber hinaus werden wir die A215 zwischen Kiel-West und Kiel-Mitte in Schuss bringen und den vierstreifigen Ausbau der B404 zur A21 weiter vorantreiben." Die Freigabe des Abschnitts zwischen Klein Barkau und Löptin im Kreis Plön sei im Frühjahr geplant.
Verkehrsminister Madsen mahnt mit Blick auf allein rund 130 Baustellen auf den Landesstraßen Geduld der Autofahrerinnen und Autofahrer an. Zwar würden viele dafür Umwege in Kauf nehmen müssen. "Aber nach einer Baustelle ist immer alles besser als vorher."