Wal-Transport im Stahlbecken
Sachverständige: Wal dürfte im tiefen Wasser kaum überleben

Transport mit ungewissem Ausgang: Wal wird Richtung Nordsee gebracht Foto: Bodo Marks/dpa
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Der Jubel unter den Beteiligten der Privatinitiative zum Transport war groß, als der Buckelwal vor Poel erfolgreich in einen Lastkahn getrieben war. Doch er kommt verfrüht, wie Experten warnen.

Viel wurde über ein vermeintlich gutes Ende gejubelt, nachdem der Buckelwal erfolgreich in den Lastkahn getrieben war – Experten der Internationalen Walfangkommission (IWC) warnen jedoch vor einem Trugschluss. "Das Tier scheint schwer geschädigt zu sein und dürfte selbst bei einer Verbringung in tieferes Wasser kaum überleben", hieß es vom dem zuständigen Expertengremium für Strandungen. "Nach unserer Einschätzung bedeuten diese Maßnahmen, obwohl sie gut gemeint sind, eine erhebliche zusätzliche Belastung für ein Tier, das bereits schwer erkrankt ist, und bringen letztlich kaum Nutzen."

Die IWC wurde 1946 als internationale Organisation gegründet, die für die Regulierung des Walfangs und den Schutz der Wale zuständig ist. Heute zählt die Kommission 89 Mitgliedsländer. 

Der Buckelwal soll in dem Stahlbecken in einer tagelangen Tour Richtung Nordsee gebracht und schließlich ausgesetzt werden. Das IWC Strandings Expert Panel betonte, der Wal müsse unbedingt mit einem Sender ausgestattet werden. "Ohne Ortungsdaten gibt es keine zuverlässige Möglichkeit, den Ausgang der Intervention zu überwachen, keine Möglichkeit, ein erneutes Stranden rechtzeitig zu erkennen, um darauf zu reagieren, und keine Faktengrundlage, auf der die Entscheidung zur Intervention anschließend bewertet oder verteidigt werden kann."

Ohne Sender keine Nachverfolgung

Bisher hieß es von der Privatinitiative nur, ein solcher Sender solle noch angebracht werden - über welche Internetseite sich der Weg dann verfolgen lassen soll, wurde bisher nicht mitgeteilt. Ohne Sender droht unbemerkt zu bleiben, würde das geschwächte Tier binnen Tagen oder Wochen nach dem Freisetzen verenden.

dpa