Die private Nutzung von Handys und Co. ist an Hessens Schulen seit einem halben Jahr verboten, doch für Unterrichtszwecke dürfen die Geräte weiter benutzt werden. Die digitale Bildung der Heranwachsenden ist nach Ansicht von Frank Wrabletz, Direktor der Lichtbergschule in Eiterfeld (Kreis Fulda) ein wichtiges Thema. "Mit dem Handy ist es wie mit anderen Erfindungen: Es kann sinnvoll genutzt werden, aber auch missbraucht werden."
"Tablets dürfen ab der Jahrgangsstufe 8 im Unterricht genutzt werden, wenn die jeweilige Lehrkraft zustimmt", berichtet der Leiter der Lichtbergschule. Diese digitalen Endgeräte hätten durchaus ihren pädagogischen Nutzen. "Schülerinnen und Schüler sollen lernen, verantwortungsvoll mit Medien umzugehen, die sie auch in ihrem späteren Berufsleben begleiten werden", betont er.
Projekt Webklicker
Die Lichtbergschule habe zudem früh damit begonnen, Schülerinnen und Schüler sowie Eltern für einen verantwortungsvollen Umgang mit Internet und digitalen Endgeräten zu sensibilisieren, berichtet der Direktor. Das landesweite Projekt Webklicker beispielsweise ziele darauf ab, bewusst zu machen, welche Daten im Internet preisgegeben werden und welche Folgen das haben könne.
"Dabei arbeiten wir auch mit Experten des Polizeipräsidiums Osthessen zusammen", erklärt Wrabletz. "Bei Elternabenden erleben wir immer wieder, dass viele Mütter und Väter überrascht sind, wie viele persönliche Informationen in sozialen Netzwerken sichtbar sind – und welche Konsequenzen das im Alltag haben kann."
Digitale Leseförderung für Grundschüler
Digitale Bildung spielt nach Ansicht der Wiesbadener Grundschullehrerin Sabine Schmand auch schon beim Unterricht in den ersten vier Klassen eine wichtige Rolle. "Wir nutzen bei unserer Medienerziehung im Unterricht keine Handys, sondern PCs und Tablets", berichtet sie. Mittlerweile solle auch schon an der Grundschule jedes Fach in die Medienerziehung einbezogen werden.
Die Lehrerin nannte als Beispiel das webbasierte Programm Antolin zur Leseförderung. Lehrkräfte richteten dabei für ihre Schülerinnen und Schüler Punktekonten ein, erklärt sie. Diese können mit der Beantwortung von Quizfragen zu gelesenen Büchern Punkte sammeln - und Lehrkräfte so das Leseverständnis ihrer Schützlinge verfolgen.