Das Pilotprojekt für junge Bürgergeldempfänger im Landkreis Nordhausen soll langfristig etabliert werden. "Wir setzen dieses Projekt auf Dauer mit den Werkstätten fort", sagte Landrat Matthias Jendricke (SPD). Wenn die Reform des Bürgergelds komme, sei auch denkbar, die Arbeitseinsätze auf Menschen über 25 Jahren auszuweiten.
Seit November werden junge Bürgergeldempfänger hier zu gemeinnütziger Arbeit verdonnert. Wer nicht erscheint, bei dem klingelt der Vollzugsdienst des Ordnungsamts. Kommt man nicht mit, drohen Kürzungen von 10 bis hin zu 30 Prozent. Mit der Reform wären dann direkt Kürzungen um 30 Prozent, also rund 150 Euro, möglich.
Zwei von 50 nun im regulären Arbeitsmarkt
Jendricke sagte, bislang seien etwa 50 junge Leute der Maßnahme zugewiesen worden. Zwei hätten den Sprung in den regulären Arbeitsmarkt geschafft. Bei acht Menschen greifen ihm zufolge bereits Sanktionen. Sechs wurden darüber hinaus die Leistungen komplett entzogen, weil sie nie an der Adresse anzutreffen waren, an der sie gemeldet waren.
"Wir haben einen Teil der Menschen, die uns an der Nase rumführen wollen", sagte er. Wer durch Krankheit, Behinderung oder einen beruflichen Wechsel in eine Notlage gerate, dem müsse der Staat helfen. Die Behörden seien aber denen, die sich auf Dauer in dem System einrichten, "auf den Fersen".