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Nordhausen Wegen religiöser Differenzen: 25-Jähriger räumt Kirche aus und soll Kruzifix zerstört haben

Der Mann riss ein Kreuz aus der Wand, welches stürzte und zerbrach (Symbolfoto)
Der Mann riss ein Kreuz aus der Wand, welches stürzte und zerbrach (Symbolfoto)
© Marco Di Benedetto / Getty Images
In Nordhausen in Thüringen hat ein 25-jähriger Mann Ende letzter Woche eine Kirche ausgeräumt, weil er dem christlichen Glauben kritisch gegenübsterstehe. Eine Kruzifix soll dabei zu Bruch gegangen sein.

Als Pfarrer Klemens Müller am vergangenen Donnerstag aus dem Fenster der Frauenbergkirche in Nordhausen am Harz schaute, staunte er vermutlich nicht schlecht. Ein 25-jähriger Mann war drauf und dran, die komplette Inneneinrichtung – Mobiliar, Gegenstände vom Altar, Gesangsbücher, Kerzen und ein Kreuz – aus der Kirche zu räumen. Bei dem Versuch, das Kruzifix aus der Kirche zu tragen, soll es auf den Boden gefallen und dabei zerbrochen sein.

Mitarbeiter der Kirche riefen die Polizei

Pfarrer Müller begab sich kurz nach Entdeckung der Tat zu dem Mann vor die Kirche, wo dieser seelenruhig alle Gegenstände abgestellt hatte. Müller stellte ihn zur Rede und fragte, was er mit der Aktion bezwecken wolle. Der Mann begründete seine Tat damit, dass er den christlichen Glauben für falsch halte und es nicht korrekt sei, dass Jesus Christus der Sohn von Gott sei. Er sah sich deshalb dazu gezwungen, die Frauenbirgkirche leer zu räumen.

Der Mann, der seit 2015 im Landkreis Nordhausen lebt und ursprünglich aus Afghanistan stammt, sei bei der Diskussion mit dem Pfarrer nicht agressiv oder bedrohlich gewesen. Im Gegenteil, er zeigte sich einsichtig und beendete seine Ausräumaktion, als der Pfarrer ihn darauf ansprach.

Die Sekretärin des Geistlichen rief die Polizei, während Pfarrer Klemens Müller mit dem 25-Jährigen über seine Glaubensansichten sprach. Die eintreffenden Polizeibeamten erteilten dem Mann schließlich einen Platzverweis – zusätzlich wurde er wegen Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung angezeigt. Das beschädigte Altarkreuz müsse nun aufwändig restauriert werden und könne vorerst nicht bei Messen über dem Kirchenaltar hängen. Der Gemeindekirchenrat will überlegen, ob an dem Prinzip des "offenen Hauses" festgehalten wird, welches in den Sommermonaten angeboten wird. Es gebe aber eine Tendenz dazu, trotz des Vorfalls an der Tradition festzuhalten. 

Quellen:  MDR / "Bild"

ky

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