Drehkreuz statt Ferienflieger
Condor erfindet sich neu - Operativer Gewinn steigt

Condor betreibt am Frankfurter Flughafen ein eigenes Drehkreuz. (Archivbild) Foto: Boris Roessler/dpa
Condor betreibt am Frankfurter Flughafen ein eigenes Drehkreuz. (Archivbild) Foto
© Boris Roessler/dpa
Der operative Gewinn steigt, doch unter dem Strich bleibt ein Verlust. Warum Condor trotzdem den KfW-Kredit vorzeitig zurückzahlen konnte.

Die Fluggesellschaft Condor hat im vergangenen Geschäftsjahr ihren Umbau abgeschlossen. Aus dem früheren Ferienflieger ist der Betreiber eines Drehkreuzes am Frankfurter Flughafen geworden, der täglich in mehreren Wellen mit 13 europäischen Metropolen verbunden wird. Die Zahl der Passagiere stieg im Vergleich zum vorherigen Geschäftsjahr um 13 Prozent auf gut 9,6 Millionen Menschen. 

Über die Zubringer werden die Fernflüge gefüllt, die laut Condor-Chef Peter Gerber wieder die alte Profitabilität erreicht haben. Condor hatte die eigenen Zubringerflüge einrichten müssen, weil Lufthansa die Condor-Passagiere nicht mehr zu Vorzugskonditionen nach Frankfurt gebracht hat. Durch die Kündigung des entsprechenden Vertrages seien Condor Verluste in zweistelliger Millionenhöhe entstanden.

KfW-Kredit zurückgezahlt

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2024/25 (30. September) stieg nach Unternehmensangaben der operative Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) um 25,2 Prozent auf 151 Millionen Euro. Unter dem Strich stieg der Verlust hingegen um 13,7 Prozent auf 110,43 Millionen Euro. Gründe sind interne Darlehenszinsen gegenüber dem britischen Eigentümer Attestor und hohe Leasing-Bewertungen der meist noch sehr jungen Flugzeuge. 

Condor hat nach Angaben Gerbers ihren KfW-Kredit aus der Corona-Zeit in Höhe von 175 Millionen Euro vollständig und sechs Monate vor der Frist zurückgezahlt. Eine weitere Kredittranche entfällt auf Attestor, bevor zum 30. September die Eigentumsverhältnisse neu überprüft werden. Derzeit halten die Bundesrepublik und das Land Hessen über die SG Luftfahrtgesellschaft noch eine Minderheit von 49 Prozent an der Fluggesellschaft.

dpa