Die Krankenkasse Barmer sieht in Hessen eine massive Impflücke bei Gürtelrose (Herpes Zoster). Die Impfquote liegt nach Erkenntnissen der Kasse hierzulande unter dem Bundesdurchschnitt und wird in den Hausarztpraxen sehr unterschiedlich gehandhabt.
Gürtelrose ist sehr schmerzhaft und kann mit gefährlichen Komplikationen einhergehen. Die Infektionskrankheit hat ihren Namen von einem typischen bandförmigen Ausschlag. Die kleinen flüssigkeitsgefüllten Bläschen brennen stark. Nach Abheilen des Hautausschlages kann ein Nervenschmerz bleiben.
Stiko ändert Empfehlung
Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt diese Impfung für alle Menschen ab 60 Jahren. Seit November 2025 gilt die Empfehlung auch für Risikogruppen ab 18 Jahren. Die Kassen übernehmen die Kosten.
Laut aktuellem Arzneimittelreport der Barmer waren im Jahr 2023 rund 82 Prozent der hessischen Versicherten dieser Kasse über 60 Jahren nicht oder unvollständig gegen Herpes Zoster geimpft. Damit liegt die Impfquote in Hessen mit rund 18 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt von rund 21 Prozent.
Große Unterschiede in den Praxen
Die Analyse der Barmer zeigt weiter, dass die Impfung in Hessens Hausarztpraxen sehr unterschiedlich in Anspruch genommen wird. Die Quote reicht von 5 bis 61 Prozent der über 60-jährigen Barmer-Versicherten.
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Laut Barmer wurde 2023 bei 11,3 von 1.000 hessischen Versicherten über 60 die Diagnose Gürtelrose gestellt. 1,4 von 1.000 Versicherten litten an einer Neuralgie, einer Variante der Gürtelrose. Mit zunehmendem Alter steigt zudem das Risiko für eine Herpes-Zoster-Infektion.
RKI: Impfung wirkt
"Der Arzneimittelreport zeigt auch, dass die Impfung wirksam ist", erklärt Barmer-Landeschef Martin Till. "Unter nicht geimpften Versicherten trat die Erkrankung bei rund elf von 1.000 Personen auf, unter Geimpften hingegen bei nur vier von 1.000. Eine vollständige Impfung kann das Erkrankungsrisiko um rund zwei Drittel senken."
Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) erklärt, wird Herpes Zoster durch das Varizella-Zoster-Virus ausgelöst, das im Kindesalter Windpocken verursacht. Das Virus bleibt aber lebenslang im Körper und kann zu einem späteren Zeitpunkt als Gürtelrose wieder auftreten. Der Totimpfstoff schützt laut RKI ab dem Alter von 50 Jahren zu 92 Prozent vor Herpes Zoster und zu 82 Prozent vor späteren Nervenschäden (postherpetischer Neuralgie).