Vor eineinhalb Jahren wurde ein Mann im Frankfurter Hauptbahnhof mit Kopfschüssen getötet - an diesem Freitag (9.30 Uhr) beginnt der aufwendige Mordprozess gegen die mutmaßlichen Täter. Angeklagt sind acht Männer im Alter zwischen 22 und 56 Jahren.
Der älteste Angeklagte soll am Abend des 20. August 2024 einem Reisenden aus kurzer Distanz von hinten in den Hinterkopf geschossen haben. Die Tat geschah in der Nähe der Gleise. Als der 27-Jährige zu Boden fiel, soll der Angeklagte ihm noch zweimal in den Kopf geschossen haben, bevor er die Pistole wegwarf und die Flucht ergriff.
Die Bundespolizei fasste ihn nur wenige Meter vom Tatort entfernt. Der Hauptbahnhof wurde nach der Tat für Züge und Passagiere für etwa 25 Minuten gesperrt.
Familienfehde in der Türkei als mutmaßlicher Hintergrund
Hintergrund soll eine seit Jahren andauernde Familienfehde in der Türkei sein, in diesem Rahmen sollen der Vater des 27-Jährigen sowie der Neffe des nun angeklagten Schützen getötet worden sein. Daraufhin sollen sich die Angeklagten zur Blutrache entschlossen haben. Dies ist in vielen Ländern ein althergebrachtes Verfahren der Selbstjustiz.
In den Monaten nach der Tat im Hauptbahnhof wurden die weiteren Mordverdächtigen festgenommen, seitdem sitzen sie in Untersuchungshaft. Die Männer haben jeweils die deutsche oder türkische Staatsbürgerschaft. Die Schwurgerichtskammer hat bislang Verhandlungstermine bis in den Juli bestimmt.