Am sechsten Jahrestag des rassistischen Anschlags von Hanau wird dort und in anderen deutschen Städten der Opfer des Attentats gedacht. Im Mittelpunkt der Veranstaltungen in Hanau steht ein stilles Gedenken an den beiden Tatorten. Vertreter und Vertreterinnen der Stadt und des Landes Hessen wollen dort mit Kranzniederlegungen an die neun aus rassistischen Motiven getöteten Menschen erinnern. Bei diesem stillen Gedenken soll bewusst auf Reden verzichtet werden.
Weitere Kranzniederlegungen sollen an anderen Stellen in Hanau sowie an den Gräbern der Opfer in Offenbach, Dietzenbach (Kreis Offenbach) sowie im Ausland - unter anderem in der Türkei, in Rumänien und in Bulgarien - erfolgen. Am späten Abend soll nach Angaben der Stadtverwaltung wie in den vergangenen Jahren an den beiden Tatorten am Heumarkt und am Kurt-Schumacher-Platz im Stadtteil Kesselstadt mit brennenden Kerzen der Opfer gedacht werden.
Trauermarsch
Am Abend ist in Hanau außerdem ein Trauermarsch des Jugendbündnisses Remember Hanau geplant. Am Samstag (16.00 Uhr) findet eine Kundegebung des Bündnisses auf dem Marktplatz statt, bei der an die Opfer erinnert werden soll.
Weitere Gedenkveranstaltungen und Mahnwachen sind nach Angaben der Initiative 19. Februar, in der sich Angehörige und Freunde der Opfer sowie deren Unterstützer zusammengeschlossen haben, in vielen deutschen Städten geplant. Dazu zählen unter anderem Berlin, Köln, München, Frankfurt, Wiesbaden, Kassel und Darmstadt.
In Hanau hatte am 19. Februar 2020 ein 43-jähriger Deutscher neun Menschen aus rassistischen Motiven erschossen. Danach tötete er seine Mutter und sich selbst.