Die Vorarbeiten laufen schon eine Weile, nun geht der Bau des umstrittenen Riederwaldtunnels in Frankfurt richtig los. Das milliardenteure Großprojekt soll die A66 und A661 im Osten der Stadt verbinden. Am Mittwoch lädt die Autobahn GmbH des Bundes zu einem Pressetermin auf die Baustelle (11.00 Uhr) ein, denn nun beginnen die Hauptarbeiten.
1,5 Milliarden Euro sind bisher für das Projekt veranschlagt, die Fertigstellung wird für 2033 angestrebt. "Der Riederwaldtunnel ist das größte innerstädtische Bauprojekt der Autobahn GmbH in Hessen", erklärt die Gesellschaft. Geplant ist es seit Jahrzehnten, das erste Planfeststellungsverfahren begann im Jahr 1989.
Rund ein Kilometer unterirdische Strecke geplant
Zwischen den beiden Autobahnen fehlt ein Abschnitt von 2,2 Kilometern. Der Tunnel soll 1,1 Kilometer davon abdecken, er soll unter dem Stadtteil Riederwald entlangführen. Bisher zwängt sich der Verkehr oberirdisch durch die Straßen.
Befürworter des umstrittenen Bauvorhabens nennen die Entlastung der Anwohner und Anwohnerinnen daher als ein Argument. Gegner befürchten unter anderem, dass mit dem Lückenschluss noch mehr Autoverkehr in die Stadt gelockt wird.
Streit beschäftigte mehrfach Gerichte
Um den Bau zu verhindern, gab es in der Vergangenheit Demonstrationen und Kundgebungen, auch Bäume wurden besetzt. Auch vor Gericht wurde der Streit ausgetragen, dabei ging es wiederholt um Eingriffe in die Natur. Vor Ort kommt unter anderem der streng geschützte Heldbockkäfer vor.
Die Autobahn GmbH erklärt, man sei nun politisch und rechtlich dazu legitimiert, mit dem "von vielen Menschen erwarteten Lückenschluss" zu beginnen.