Die Möbelhauskette Ikea will in Rostock eines ihrer bundesweit drei Kundenservice-Callcenter schließen. Betroffen sind 279 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Entscheidung basiere auf langfristigen, strukturellen Erwägungen, darunter das Auslaufen des Mietvertrags im Jahr 2026 und die Notwendigkeit umfangreicher Investitionen zur Modernisierung des Standorts, teilte das Unternehmen mit. Zuvor hatte die "Ostsee-Zeitung" darüber berichtet. Die Belegschaft wurde am Mittwoch entsprechend unterrichtet.
Die geplante Einstellung des "Customer Support Center" (CSC) wird laut Ikea voraussichtlich bis Ende August 2026 erfolgen. "Auch wenn solche Entscheidungen nie einfach sind, werden sie getroffen, um die langfristige Stärke und nachhaltige Zukunft von Ikea Deutschland im sich wandelnden Einzelhandel zu sichern", betonte das Unternehmen in einer Erklärung. Das Ikea Einrichtungshaus in Rostock sei von dieser Entscheidung nicht betroffen und bleibe ein wichtiger Teil der regionalen Präsenz des Unternehmens.
Verdi kritisiert Entscheidung
Die Gewerkschaft Verdi sprach von einem Schlag ins Gesicht der Kolleginnen und Kollegen. Die Entscheidung sei sozial unverantwortlich. Den Beschäftigten des Centers solle zum 30. September 2026 gekündigt werden.
Der zuständige Verdi-Gewerkschaftssekretär Marcus Dejosez warf Ikea eine "katastrophale Kommunikation" vor. Laut Geschäftsführung sei der Rostocker Callcenter-Standort nicht Teil "des zukünftigen Setups" von IKEA. Valide Gründe dafür würden aber nicht genannt. Der Betriebsrat sei nur eine halbe Stunde vor der Belegschaft über die Standortschließung informiert worden. Am Donnerstag sollen Gespräche über einen Sozialplan beginnen.