Wegen gefrierenden Regens und Glättegefahr ist der Busverkehr in weiten Teilen Mecklenburg-Vorpommerns eingestellt worden. So fahren etwa am Morgen in Neubrandenburg keine Stadtbusse. Der Fahrbetrieb soll vorerst bis um 10.00 Uhr eingestellt bleiben, wie die Neubrandenburger Stadtwerke mitteilten. Dann werde die Lage neu bewertet.
Auch die Verkehrsgesellschaft Vorpommern-Rügen teilte mit, dass es wegen der aktuellen Wetterlage und des starken Eisansatzes bis auf weiteres in den Gebieten Rügen und Vorpommern keinen Busverkehr geben werde. Reisende wurden aufgefordert, sich telefonisch oder auf der Homepage zu informieren, ab wann die Busse wieder fahren. Es wurde zudem darum gebeten, Kinder nicht allein zur Haltestelle zu schicken.
Ebenso fahren aufgrund der Glatteisgefahr weder im Landkreis Ludwig Lust-Parchim noch im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte Linien- und Schülerbusse. Die Sicherheit der Fahrgäste habe oberste Priorität, teilte die Verkehrsgesellschaft Ludwigslust-Parchim auf ihrer Website mit.
Zoos und Wildpark bleiben geschlossen
Die Verkehrsgesellschaft Nahbus Nordwestmecklenburg gab bekannt, dass der Linienverkehr im Landkreis nur eingeschränkt laufe. Die Taktlinien sollen jedoch planmäßig fahren. Ob und wie der Regionalverkehr betroffen ist, hängt von den Straßenverhältnissen vor Ort ab. Ebenso kündigte der Regionalbus Rostock an, dass es im gesamten Verkehrsbereich zu Teilausfällen kommen kann.
Doch nicht nur der Nahverkehr im Land ist betroffen, auch die Zoos in Rostock und Stralsund blieben geschlossen. Grund dafür sei die Unwetterwarnung wegen Glätte, teilte der Zoologische Garten Rostock mit.
Auch der Wildpark-MV in Güstrow bleibt zu. Wegen der anhaltenden Wetterlage habe man beschlossen, bis einschließlich Sonntag geschlossen zu bleiben. Die Versorgung der Tiere sei gewährleistet.
Zahlreiche Glätteunfälle im Land
Durch die glatten Straßen kam es am Morgen zu Unfällen, etwa auf der Autobahn 19: Dort hat es gleich zweimal gekracht. Auf Höhe Dummerstorf (Landkreis Rostock) in Richtung Linstow überschlug sich ein Auto. Einsatzkräfte befreiten den eingeklemmten Menschen aus dem Fahrzeug, wie eine Sprecherin der Polizei mitteilte. Wie es zu dem Unfall kam und wie schwer die Person verletzt wurde, war zunächst unklar.
Außerdem rutschte ein Kleintransporter auf der A19 Höhe Dolgen am See (Landkreis Rostock) in Fahrtrichtung Berlin in einen Graben. Ob der Mensch verletzt wurde und wie es dazu kam, ist unbekannt. Auch auf der Landesstraße 39 Höhe Dummerstorf wurden drei Menschen bei einem Unfall leicht verletzt.
Polizei bittet darum, Geschwindigkeit anzupassen
Überdies kam es auch im Landkreis Vorpommern-Rügen am Donnerstagabend und Freitagmorgen zu zahlreichen Glätteunfällen. Oftmals kamen laut Polizei Autos von der Straße ab oder stießen aufgrund der vereisten Fahrbahn zusammen, wie etwa in Stralsund oder in Sehlen auf Rügen. Verletzt wurde dabei niemand. Die Polizei empfahl, mit Blick auf die Witterungsverhältnisse die Geschwindigkeit im Straßenverkehr anzupassen.
Im Landkreis Mecklenburgische-Seenplatte wurden bei einem Unfall am Donnerstagnachmittag bei Möllenbeck zwei Menschen verletzt, nachdem zwei Autos wegen nicht angepasster Geschwindigkeit zusammengestoßen waren, wie es hieß. Beide kamen in ein Krankenhaus.
Ebenso rutschte eine Frau bei Grüssow mit ihrem Auto gegen einen Baum und wurde leicht verletzt. Seit Donnerstagnachmittag seien bei sieben Glätteunfällen etwa 46.000 Euro Sachschaden entstanden, teilte die Polizei mit.
Warnung vom Wetterdienst galt bis 9.00 Uhr
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte in Mecklenburg-Vorpommern gebietsweise vor einer hohen Glättegefahr durch gefrierenden Regen und Eisansatz gewarnt. Besonders betroffen waren die Gebiete Kreis Rostock bis Binnenland Süd, Kreis Ludwigslust-Parchim, die Mecklenburgische Seenplatte sowie Vorpommern-Rügen, wie der DWD mitgeteilt hatte.
Auch für den Kreis Nordwestmecklenburg, die Hansestadt Rostock und den Landkreis Rostock galten die Warnungen. Es bestand demnach örtlich Gefahr für Leib und Leben durch plötzlich gefrierenden Regen. Die Warnung galt bis 9.00 Uhr.
Gefrierender Niederschlag lässt im Tagesverlauf nach
Der Wetterdienst empfahl aufgrund der Warnung, Aufenthalte im Freien und Fahrten möglichst zu vermeiden und das Verhalten im Straßenverkehr anzupassen. Zudem sollten sich die Menschen auf Beeinträchtigungen auf allen Verkehrswegen bis hin zu Sperrungen und Schließungen einstellen. Wer mit dem Auto unterwegs sei, solle möglichst mit vollem Tank fahren und Decken sowie warme Getränke dabeihaben.
Im Tagesverlauf gibt es bis zum Mittag gebiets- und zeitweise noch gefrierenden Regen oder Sprühregen mit Glatteisgefahr. Lokal sind auch Unwetter möglich. Im Tagesverlauf lässt der teils gefrierende Niederschlag bei Temperaturen von höchstens zwischen minus 1 und 2 Grad nach.