Urteil Polizist wegen Verschleppung von Ermittlungen verurteilt

Wegen der Verschleppung von Ermittlungsverfahren hat das Amtsgericht Greifswald einen Polizisten verurteilt. (Archivbild) Foto:
Wegen der Verschleppung von Ermittlungsverfahren hat das Amtsgericht Greifswald einen Polizisten verurteilt. (Archivbild) Foto
© Stefan Sauer/dpa
Weil er nach Überzeugung eines Gerichts Ermittlungen verschleppt hat, soll ein Polizist nun eine fünfstellige Geldstrafe zahlen. Er wurde nur für einen Bruchteil der angeklagten Fälle verurteilt.

Wegen der Verschleppung von Ermittlungsverfahren hat das Amtsgericht Greifswald einen Polizisten zu einer Geldstrafe von insgesamt 10.500 Euro verurteilt. Es befand den zum Prozessauftakt 54-Jährigen nach Angaben einer Gerichtssprecherin in vier Fällen der Strafvereitelung im Amt schuldig. Die Staatsanwaltschaft hatte ihn in 52 Fällen angeklagt. "In den übrigen 48 Fällen erfolgte Freispruch", schrieb die Sprecherin.

Die Staatsanwaltschaft beschuldigte den Mann, in seiner Zeit als Mitarbeiter der Polizeidienststelle Heringsdorf zwischen 2020 und 2023 zahlreiche Ermittlungsverfahren verschleppt zu haben. Zuvor hatten Medien über den Fall berichtet.

Demnach ging es um breitgefächerte Fälle wie Drogendelikte, Betrug wegen Mietmängeln in einer Ferienwohnung, Diebstahl oder Verstöße gegen das Waffengesetz. Er selbst und ehemalige Kollegen hätten von Überlastung gesprochen.

Laut Gericht war gegen ihn bereits im Oktober 2025 ein Strafbefehl erlassen worden, der eine Freiheitsstrafe von neun Monaten auf Bewährung vorsah. Der Mann hatte allerdings Einspruch eingelegt, weshalb es nun zur Verhandlung gekommen war. Das Urteil ist bislang nicht rechtskräftig.

dpa