2. Fußball-Bundesliga
"Alle sprachlos": Hannover verspielt sogar Relegationsplatz

Im Zweikampf: Nürnbergs Torschütze Luka Lochoshvili (l) und Hannovers Stefan Teitur Thordarson. Foto: Swen Pförtner/dpa
Im Zweikampf: Nürnbergs Torschütze Luka Lochoshvili (l) und Hannovers Stefan Teitur Thordarson. Foto
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Seit sieben Jahren arbeitet Hannover 96 an der Bundesliga-Rückkehr. Am letzten Spieltag ist der große Aufstiegstraum diesmal schon wieder geplatzt. Es reichte nicht einmal für die Relegation.

Nach dem Schlusspfiff sanken alle Spieler von Hannover 96 niedergeschlagen auf den Rasen. Auch der Applaus von 49.000 Zuschauern bei einer verhaltenen Ehrenrunde konnte sie nicht aufbauen. Durch ein enttäuschendes 3:3 (2:1) gegen den 1. FC Nürnberg am letzten Spieltag der 2. Fußball-Bundesliga haben die 96er nicht nur die ersehnte Erstliga-Rückkehr, sondern sogar die Teilnahme an den beiden Relegationsspielen verpasst. Hannover gegen Wolfsburg - dieses Niedersachsen-Duell fällt jetzt aus.

"Wir sind alle ein bisschen sprachlos", sagte 96-Kapitän Enzo Leopold. "Das ist eine unfassbare Leere. Ich saß nach dem Spiel fünf Minuten auf der Bank und wusste gar nicht, was ich sagen oder was ich machen sollte."

Statt die SV Elversberg noch von Platz zwei zu verdrängen, wurde Hannover in der Abschlusstabelle sogar noch vom SC Paderborn auf Rang vier verdrängt. Denn Luka Lochoschwili traf für die Nürnberger in der 83. Minute zum 3:3.

Am Ende der Saison wurde dem Aufstiegsfavoriten Hannover zum Verhängnis, dass man keines der letzten drei Spiele und nur eine der letzten sieben Heimpartien gewann. "Ich kann mir vorstellen, wie sich die Leute hier fühlen. Aber sie müssen es im nächsten Jahr wieder versuchen", sagte FCN-Trainer Miroslav Klose.

 

Ex-Kanzler im Stadion

Die Hannover-Fans, der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder und Wolfsburgs Trainer Dieter Hecking auf der Tribüne erlebten von Beginn an einen turbulenten Nachmittag. Beide 96-Konkurrenten Elversberg und Paderborn gingen früh in Führung und auch die Nürnberger trafen durch Mohamed Ali Zoma in der 25. Minute zum 0:1.

Hannover drehte diesen Rückstand noch vor der Pause durch Tore von Kolja Oudenne (30.) und Waniss Taibi (45.). Nach dem nächsten Rückschlag durch das 2:2 von Zoma (47.) dauerte es nur vier Minuten, bis 96 erneut in Führung ging: Nürnbergs Luka Lochoschwili unterlief im Getümmel ein Eigentor (51.).

Trotz der lautstarken Unterstützung in der ausverkauften Arena tat sich Hannover schwer. Zum einen waren die spielstarken Nürnberger immer wieder gefährlich. Zum anderen vergaben die Gastgeber selbst mehrere Großchancen.

Nürnberg drängt am Ende

Allein der Japaner Daisuke Yokota scheiterte zweimal am starken FCN-Torwart Jan Reichert (17./41.). Ein Handelfmeter für Hannover wurde nach Einsatz des Videobeweises wieder zurückgenommen (45.+4).

Nach dem 3:2 machten die Gastgeber den Fehler, sich zu weit zurückzuziehen. Zwar hatte Mustapha Bundu noch zwei gute Kontermöglichkeiten zum 4:2 (58./75.). Doch die meiste Zeit drängten die Nürnberger auf den Ausgleich. Lochoschwili (55.) und Zoma (73.) waren bereits kurz davor. Kurz vor Schluss zerstörte der Georgier alle 96-Träume. Der starke Zoma traf sogar nochmal den Pfosten (90.+8).

dpa