Die Fluggesellschaft Frisia Luftverkehr Norddeich (FLN) testet seit einigen Wochen eine Drohne für den Frachttransport von und zur ostfriesischen Insel Juist. Bislang sei die Frachtdrohne zu Testzwecken unterwegs und die Fluggesellschaft wolle zunächst Erfahrungen sammeln, sagte FLN-Geschäftsführer Olaf Weddermann der Deutschen Presse-Agentur. Das Unternehmen, eine Tochterfirma der Reederei Norden-Frisia, sieht aber Potenzial für die Inselversorgung – vor allem für eilige Dinge, die sonst nur mit den tideabhängigen Fähren transportiert werden können.
"Ich glaube, dass sich vorrangig im Bereich der Rettung, der Notfallversorgung die ersten Modelle bewegen werden", sagte Weddermann. So sei etwa der Transport von Medikamenten oder Blutproben, die schnell auf die Insel oder ans Festland kommen müssten, denkbar. Je nach Wetterlage braucht die Drohne für einen Flug zwischen Festland und Insel 15 bis 20 Minuten.
Drohne als Ergänzung zur Inselversorgung?
Die Drohne, die bis zu sechs Kilogramm schwere Lasten transportieren kann, fliegt die rund 13 Kilometer vom Flugplatz in Norddeich (Landkreis Aurich) bis zu einer Landefläche nahe dem Inselhafen anhand von eingespeicherten Wegmarken weitgehend automatisch. Ein Drohnenpilot in Norddeich überwacht den Flug und kann bei Bedarf die Steuerung übernehmen.
Nach Angaben des Bundesverbandes Paket- und Expresslogistik könnten Frachtdrohnen gerade bei der Inselversorgung künftig eine Ergänzung zu bestehenden Logistikketten sein. Die meiste Fracht erreicht die Ostfriesischen Inseln zurzeit per Fähren über den Seeweg. Neben der Drohnentechnik, die sich zuletzt weiterentwickelt habe, komme es darauf an, tragfähige Geschäftsmodelle für solche Transporte zu entwickeln, hieß es vom Verband.
Auch daran will die Fluggesellschaft FLN nun arbeiten. Für einen regulären Drohnen-Flugbetrieb bräuchte die Fluggesellschaft noch Genehmigungen.