Fußball-Bundesliga "Super ärgerlich": Werder verpasst Kontakt nach oben

Victor Boniface war erneut kein Faktor im Bremer Spiel. Foto: Carmen Jaspersen/dpa
Victor Boniface war erneut kein Faktor im Bremer Spiel. Foto
© Carmen Jaspersen/dpa
Der vierte Heimsieg in Serie ist nah. Doch in der zweiten Halbzeit ist Werder viel zu passiv. Zudem wird wieder ein großes Problem deutlich.

Nachdem sie den späten Kölner Ausgleichstreffer verdaut hatten, richteten die Fans von Werder Bremen schnell den Blick auf das Nordderby gegen den HSV am kommenden Sonntag. Mit einem großen Plakat und lauten Gesängen stimmten die Anhänger die Profis der Grün-Weißen auf das für sie wichtigste Spiel der Hinrunde ein.

"Sie haben versucht, uns heiß zu machen und haben gesagt, dass wir uns mit einem Lächeln auf der A1 treffen sollen nächste Woche", sagte Keke Topp. "Und dass wir Gas geben sollen".

Frust bei Werder

Gas geben - das taten die Bremer gegen Köln nur eine Halbzeit lang. Weshalb sie sich am Ende mit einem 1:1 (1:0) zufriedengeben mussten, das niemanden glücklich machte. "Das ist super ärgerlich", sagte der Österreicher Romano Schmid. "Wir haben es versäumt, den zweiten Treffer nachzulegen. Deshalb sind wir nicht glücklich mit dem Ergebnis und auch nicht mit der Art und Weise, wie wir phasenweise gespielt haben", sagte Trainer Horst Steffen.

Im ersten Durchgang zeigten die Bremer eine ihrer besten Halbzeiten in dieser Saison und lagen zur Pause durch einen Treffer von Marco Friedl (22. Minute) völlig verdient in Führung. Auch der Start in Halbzeit zwei verlief noch vielversprechend. Erst hatte Schmid die große Chance zum 2:0, dann wurde ein Treffer von Topp wegen knapper Abseitsstellung durch den Videoassistenten zurückgenommen.

Aberkanntes Tor als Bruch im Spiel

Eine Szene, die für einen Bruch im Bremer Spiel sorgte. "Das hat die Kölner aufgeweckt", sagte Steffen. Während die Gäste nun druckvoller wurden, zog sich Werder unerklärlich weit zurück. Entlastung gab es kaum noch. Das späte 1:1 durch Kölns Jungstar Saïd El Mala (90.+1) fiel so fast zwangsläufig.

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Wieder einmal wurde deutlich, dass die Hanseaten ein akutes Sturmproblem haben. Topp mühte sich zwar redlich, wurde aber kaum gefährlich. Und der eingewechselte Victor Boniface war in den 20 Minuten nach seiner Einwechslung gar kein Faktor.

Stürmer muss her

Wollen die Bremer in der Rückrunde um die internationalen Plätze mitspielen - was angesichts der überschaubaren Qualität vieler Teams im Tabellenmittelfeld möglich erscheint - müssen sie in der Winterpause im Angriff nachlegen. Zumal in Justin Njinmah ein weiterer Stürmer in den Plänen von Steffen aktuell offenbar gar keine Rolle spielt. Njinmah blieb gegen Köln 90 Minuten auf der Bank, obwohl Steffen nur dreimal wechselte.

dpa