Klinikum Region Hannover Nacktbilder während Narkose? Anklage gegen Arzt

Tatort soll unter anderem das Klinikum Neustadt am Rübenberge gewesen sein. (Archivbild) Foto: Holger Hollemann/dpa
Tatort soll unter anderem das Klinikum Neustadt am Rübenberge gewesen sein. (Archivbild) Foto
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Die Vorwürfe wiegen schwer. Die Klinik, in der der Mann ehemals tätig war, hat bereits reagiert und bietet Betroffenen Hilfsangebote an.

Ein Narkose-Arzt soll Nacktbilder von betäubten Mädchen gemacht haben. Die Staatsanwaltschaft Hannover hat den 52-Jährigen deshalb nun in 19 Fällen angeklagt, unter anderem wegen sexuellen Missbrauchs. Die Taten ereigneten sich demnach unter anderem zwischen 2006 und 2024 im Regionsklinikum Neustadt am Rübenberge bei Hannover. Der Mann sei nach Bekanntwerden der Vorwürfe entlassen worden.

Aufgefallen ist der Mann den Angaben nach im Juli 2024 als er im Urlaub in der kroatischen Hafenstadt Rovinj in einem Nudistencamp unbekleidete Kinder filmte. Auch in Kroatien ist deshalb ein Verfahren gegen den Mann anhängig, dass möglicherweise in Hannover mitverhandelt werden soll. Zuvor hatte die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" über den Fall berichtet.

Auch Fälle im privaten Umfeld

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll der Angeklagte in einigen Fällen die Patientinnen für die Aufnahmen auch im Genitalbereich angefasst haben. Die Opfer sind demnach bis auf zwei allesamt minderjährig. Die Jüngste sei gerade einmal acht Jahre alt gewesen.

Neben den Taten in der Klinik wirft die Staatsanwaltschaft dem Mediziner auch ähnliche Taten im persönlichen Umfeld vor. Bei einer Durchsuchung hätten Einsatzkräfte 1.600 kinder- und jugendpornografische Dateien auf seinem Rechner gefunden.

Klinik bietet Hilfsangebote für Betroffene an

Die Klinik teilte mit, die Erkenntnis habe "bei Belegschaft und Klinikleitung große Betroffenheit und tiefe Bestürzung ausgelöst". Betroffenen würden persönliche Gespräche sowie anderweitige Hilfsangebote über eine dafür eingerichtete Website gemacht. Auch für die ehemaligen Kollegen und Kolleginnen des Mannes sowie die übrige Belegschaft gebe es Unterstützungsangebote.

dpa